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Konjunktur

Mehr Jobs, mehr Lohn, mehr Kauflust

  • VonStephan Kaufmann
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Ökonomen sind optimistisch, dass die Kombination aus mehr Beschäftigung und niedrige Zinsen den Konsum kräftig steigen lassen. Die Deka-Bank erwartet für 2011 ein Plus beim privaten Konsum von 1,25 Prozent.

Die Stärke des Arbeitsmarkts hat alle Experten überrascht. An dieser Stärke hängen nicht nur die Hoffnungen der Arbeitssuchenden, sondern auch die Konjunktur. Denn nur bei stabilem Arbeitsmarkt steigt die Lohnsumme. Und nur bei steigender Lohnsumme wächst der private Konsum. „Ein Erstarken der Konsumnachfrage ist für einen nachhaltigen und gesunden Aufschwung unerlässlich“, so die Deka-Bank in einer neuen Studie, die der Frankfurter Rundschau vorliegt.

Derzeit sieht es gut aus. Im nächsten Jahr dürften die Verbraucher etwa 1,3 Prozent mehr ausgeben als 2010. Das ist zwar noch kein Boom, für deutsche Verhältnisse aber sehr ordentlich. Die Chancen stehen also gut, dass die privaten Haushalte eine stärkere Rolle für die Konjunktur spielen als in den Vorjahren. „2002 bis 2010 waren verlorene Jahre für den deutschen Konsumenten“, so Andreas Scheurle von der Deka-Bank. Im Durchschnitt nahm der Verbrauch nur um 0,2 Prozent jährlich zu. In den Neunzigern waren es noch 1,9 Prozent.

Scheurle hat untersucht, warum zwischen 2003 und 2008 trotz kräftigen Wirtschaftswachstums der Verbrauch mehr oder weniger stagnierte. Ein Grund war, dass die Bundesbürger wegen der Kürzungen der gesetzlichen Rente und der Diskussionen um Altersarmut mehr auf die hohe Kante legten. Vor allem aber stiegen die sozialen Transfereinkommen im Zuge der Sozialkürzungen kaum noch, ebenso wie die Löhne.

„Es war keine Spindel, die den deutschen Konsumenten in seinen langjährigen Dornröschenschlaf versetzte, sondern die bescheidene Einkommensentwicklung“, so Scheurle. Seine Berechnung zeigt jedoch auch: Während das Wachstum der Sozialtransfers und Löhne zwischen 2002 und 2008 sank, nahmen die Kapitaleinkommen noch stärker als in der Vorperiode 1992 bis 2001.

Für die nähere Zukunft sind Ökonomen jedoch optimistisch. Der Arbeitsmarkt sorgt für mehr Jobs und ab 2012 wohl auch für stärkere Lohnsteigerungen. Das verbessert die Stimmung der Verbraucher, was ihre Ausgaben steigen und ihre Sparguthaben schrumpfen lassen dürfte. Gleichzeitig liegen die Zinsen niedrig. Dies stimuliert Konsumkredite. Zudem kommen private Haushalte bei der Umfinanzierung ihrer Kredite in den Genuss geringerer Zinsen. Zwar stehen 2011 höhere Sozialabgaben an. „Das wird durch die starken Arbeitsmarkt jedoch mehr als kompensiert“, sagt Unicredit-Ökonom Andreas Rees.

Die Deka-Bank erwartet daher für 2011 ein Plus beim privaten Konsum von 1,25 Prozent und von 1,5 Prozent im Jahr darauf. Damit ist sie nicht besonders optimistisch. Rees rechnet 2011 sogar mit zwei Prozent. Das wäre der höchste Wert seit dem Boomjahr 2000.

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