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Mehr Geld und weniger Stress für Bankangestellte

Die mehr als 240 000 Beschäftigten bei privaten und öffentlichen Banken erhalten künftig mehr Geld und sollen besser vor krank machendem Stress geschützt werden.

Frankfurt/Main. Die mehr als 240 000 Beschäftigten bei privaten und öffentlichen Banken erhalten künftig mehr Geld und sollen besser vor krank machendem Stress geschützt werden. 

Beim Entgelt gibt es zunächst im August eine Einmalzahlung von 300 Euro, wie die Gewerkschaft Verdi und die Arbeitgeber übereinstimmend mitteilten. Ab Januar kommenden Jahres folgt dann eine Tabellenerhöhung der Gehälter um 1,6 Prozent.

Die Tarifpartner der Branche einigten sich in der Nacht auf Donnerstag am Frankfurter Flughafen auf ein umfangreiches Paket, in dem weitere Themen wie Altersteilzeit, Vorruhestand und tarifliche Kurzarbeit ebenfalls neu geregelt werden. Der in der dritten Runde erreichte Tarifvertrag hat eine Laufzeit vom 22 Monaten bis Ende Februar 2012. Verdi war ohne konkrete Gehaltsforderung in den Tarifkonflikt gegangen, der im Unterschied zur vorigen Runde nicht von Streiks begleitet wurde.

Der von der Gewerkschaft geforderte bessere Gesundheitsschutz der Mitarbeiter wurde in einer gemeinsamen Erklärung und damit außerhalb des eigentlichen Tarifvertrags geregelt. Verdi hatte vor allem einen Schutz der Anlageberater vor zu hohem Verkaufsdruck verlangt, der auch für die Bankkunden negative Folgen habe. Wörtlich heißt es nun: «Führung soll Fehlbelastungen vermeiden. Insbesondere sollen Ziele fair, erreichbar, spezifisch und unter Berücksichtigung der Kundenbedürfnisse formuliert sein.»

Verdi-Bankenexperte Uwe Foullong nannte die Vereinbarung einen ersten Schritt, den krank machenden Druck auf die Beschäftigten abzubauen. Die psychischen Erkrankungen von Bankangestellten hätten wegen «dramatisch höherer Leistungsanforderungen» in den vergangenen Jahren stark zugenommen. Nun hätten die Betriebsräte eine Grundlage, im konkreten Fall unerfüllbare Zielvorgaben anzugreifen.

Commerzbank-Vorstand Ulrich Sieber, Verhandlungsführer und Chef des Arbeitgeberverbandes des privaten Bankgewerbes (AGV), wertete es als Erfolg, dass betriebsbedingte Kündigungen im Flächentarifvertrag nicht ausgeschlossen worden seien. «Wir haben die Dinge im Tarifvertrag geregelt, die wirklich dort hingehören. Alles andere verbleibt auf der Betriebsebene. Das ist gut, denn die Situation in unseren Mitgliedsinstituten ist zu unterschiedlich», erklärte er in einer Mitteilung.

Verdi-Mann Foullong meinte hingegen, dass betriebsbedingte Kündigungen mit dem neuen Vertrag wesentlich erschwert worden seien. Die entlassungswillige Bank müsse zuvor einen ganzen Katalog anderer Maßnahmen prüfen. Das verschaffe den Betroffenen mehr Zeit und mehr Sicherheit in den so genannten «Trennungsgesprächen», wo sich bislang viele zu Aufhebungsverträgen drängen ließen.

Der AGV mit seinen rund 140 Mitgliedsunternehmen verhandelte gemeinsam mit der Tarifgemeinschaft Öffentlicher Banken, zu der noch einmal etwa 50 Landesbanken, Förderinstitute, Bausparkassen und einzelne Sparkassen gehören. (dpa)

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