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Mecklenberg-Vorpommern stoppt Amflora

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Gentechnik-Gegner protestieren gegen den Anbau der gentechnisch veränderten Kartoffel Amflora.
Gentechnik-Gegner protestieren gegen den Anbau der gentechnisch veränderten Kartoffel Amflora. © dpa

Neue Schlappe für die BASF: Die Landesregierung in Mecklenburg-Vorpommern stoppt die Verbreitung der Genkartoffel Amflora. Landwirtschaftsminister Backhaus sagt: "Mein Vertrauen in das Qualitätssicherungssystem der BASF ist stark erschüttert."

Nach der Panne mit der BASF-Genkartoffel Amflora in Schweden bekommt der Ludwigshafener Chemieriese nun auch Ärger in Mecklenburg-Vorpommern. Landwirtschafts- und Umweltminister Till Backhaus untersagte dem Konzern am Dienstag, die in Zepkow angebauten Amflora-Genknollen in den Verkehr zu bringen.

„Die Vorfälle in Schweden bestätigen die Probleme, die ich in der Koexistenz beim Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen sehe. Mein Vertrauen in das Qualitätssicherungssystem der BASF ist stark erschüttert“, erklärte der SPD-Politiker in Schwerin. Die Sperre gelte solange, bis BASF den Verdacht aus der Welt schaffe, dass auch die in Zepkow geflanzten Knollen verunreinigt sind. Eine Sprecherin des Projektbetreibers BASF wies darauf hin, dass die laufenden Erntearbeiten davon nicht betroffen seien und weiterliefen. Dagegen sagte eine Ministeriumssprecherin, die Kartoffeln, die noch im Boden seien, blieben auch dort.

Am Montag wurde bekannt, dass in Schweden auf Feldern nicht nur die zum Anbau genehmigte Genkartoffel Amflora, sondern auch eine neue und bislang noch nicht freigegebene Kartoffel des Konzerns gewachsen war.

Die Genpflanzen der neuen Sorte Amadea seien inzwischen entfernt worden, erklärte BASF. Die Vermischung habe weniger als 0,01 Prozent betragen. Die EU-Kommission äußerte sich dennoch sehr besorgt über den Vorfall. Am Mittwoch treffen sich in Brüssel Vertreter des Bundesministeriums, des Bundesamtes für Verbraucherschutz, der Überwachungsbehörden der Anbauländer und BASF mit der EU-Kommission, um die Situation zu besprechen.

BASF hatte Ende August einen Antrag auf Zulassung der neuen Sorte Amadea gestellt, die so wie Amflora Stärke für die industrielle Produktion liefern soll. Amflora wird außer in Schweden und in Deutschland auch in der Tschechischen Republik angebaut. Die Felder in Deutschland und Tschechien seien überprüft worden, hatte BASF erklärt. Dabei hätten sich keine Pflanzen der nicht genehmigten Sorte gefunden. (rtr/dapd)

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