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Plettenberg: Maßgeschneiderte elektrische Antriebe

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Von: Tobias Schwab

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Ist jetzt Chef des Unternehmens Plettenberg un Baunatal: Bastian Greiner.
Ist jetzt Chef des Unternehmens Plettenberg in Baunatal: Bastian Greiner. © ALEX SCHMITT PHOTOGRAPHY

Die Frankfurter Rundschau präsentiert die Nominierten des Hessischen Gründerpreises 2022 mit einem Kurzinterview: Bastian Greiner ist mit der Firma Plettenberg Finalist in der Kategorie Zukunftsfähige Nachfolge.

Wer braucht Sie?
Unsere Produkte werden in vielen Branchen eingesetzt, zum Beispiel in unbemannten Systemen zu Land, Wasser und in der Luft, in der Robotik, in der Medizin- und Labortechnik sowie in der Luftfahrt und im Rennsport.

Warum haben Sie die Unternehmensnachfolge angetreten?
Vor der Übernahme habe ich in verschieden internationalen Unternehmen im In- und Ausland gearbeitet, zuletzt bei einer Beteiligungsgesellschaft in Frankfurt. Diese Tätigkeiten waren mir jedoch zu wenig unternehmerisch und viele Investitionen mit zu kurzer zeitlicher Perspektive. Ich sehe sehr große Chancen darin, Technologieunternehmen wie Plettenberg unabhängig und mit langfristigem Zeithorizont weiterzuentwickeln. Ich habe mich ganz aktiv gegen die Gründung und für den Kauf eines Unternehmens im Rahmen einer Nachfolgesituation entschieden, da es hier eine große Auswahl an sehr guten Unternehmen gibt, aber niemanden der bereitsteht, sie im Sinne der Eigentümer weiterzuführen.

Wer hat in Sie investiert/wer nicht?
Die Finanzierung erfolgte durch die lokale Sparkasse in Zusammenarbeit mit der BBH. Daneben hat der Verkäufer ein Verkäuferdarlehen gewährt. Das Eigenkapital kam komplett von mir.

Was war die größte Hürde?
Die Herausforderungen im Nachfolgesegment sind anders als bei Gründern. Zunächst muss der Kaufprozess mit Due Diligence und Finanzierung gemanagt werden. Daneben bringt man nur selten die Erfahrung und technische Kompetenz mit, die der Eigentümer hat(te). Das heißt, man muss sich schnell in neue Themenfelder einarbeiten. Es gibt einen bestehenden Mitarbeiterstamm, den man auf seine Seite ziehen muss.

Wo brennt es im Betrieb?
Nach der Übernahme habe ich das Unternehmen strategisch neu ausgerichtet und in Richtung Wachstum positioniert. Dazu zählen zum Beispiel der Aufbau eines Vertriebsteams sowie die Einführung moderner Softwaretools. Daneben haben wir unser Hard- und Softwareentwicklerteam weiter ausgebaut. Dies schlägt sich in sehr vielen neuen Projekten nieder, welche alle bewältigt werden müssen.

Was ist der große Traum?
Ich möchte Plettenberg in ausgewählten Nischen und Endmärkten zum technologischen Weltmarktführer machen. Dabei ist es mir sehr wichtig, das Unternehmen als inhabergeführten Mittelständler zu entwickeln. Dies erlaubt langfristig orientierte Investitionen und das Schaffen von regionalen Arbeitsplätzen. Mir ist es außerdem wichtig, Deutschland als Hochtechnologiestandort zu sichern.

Plettenberg produziert ausschließlich in Deutschland – warum?
Bei unseren hochspezialisierten Elektroantrieben lassen sich viele Fertigungsschritte nicht wirklich automatisieren. Dafür brauchen wir besonders qualifizierte Fachkräfte. Wir investieren zudem viel in Forschung und Entwicklung und sind stark auf sehr qualifizierte Ingenieure angewiesen. Beides finden wir an unserem Standort in Nordhessen sehr gut. Vielen unserer Kunden ist darüber hinaus wichtig, europäische/deutsche Lieferanten zu haben und zum Beispiel nicht von chinesischen Lieferanten abhängig zu sein. Das Label „Made in Germany“ ist gerade in Hochleistungsanwendungen immer noch sehr wichtig.

Das sagt die Jury:
„Der Gründer hat mit viel Mut als Externer das Unternehmen Plettenberg übernommen. Dabei hat er das vorhandene technische Know-how fortgeführt und es mit seinem Hintergrund als Betriebswirt und mit seinem Gründergeist mit einer neuen Welt verknüpft. Alle Bereiche wurden kritisch überprüft und zahlreiche Wachstums- und Verbesserungsprojekte angestoßen. Somit kann sich das Unternehmen weiter am Markt behaupten und den Weg für die Zukunft weiter positiv gestalten. Daher ist die Firma Plettenberg ein würdiger Finalist für die Kategorie Zukunftsfähige Nachfolge.“

Partnerschaft: Die Frankfurter Rundschau unterstützt den Hessischen Gründerpreis. Bis zum Finale am 4. November 2022 in Kassel stellen wir die zwölf nominierten Gründerinnen und Gründer vor.

Logo des Hessischen Gründerpreises 2022
Logo Hessischer Gründerpreis 2022 © HGP

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