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Weiße Weste? Ja, behauptet Carsten Maschmeyer.
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Weiße Weste? Ja, behauptet Carsten Maschmeyer.

Steuerbetrug

Maschmeyer wegen Cum-Ex-Deals befragt

  • Markus Sievers
    VonMarkus Sievers
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Um Milliarden Euro prellte ein Netzwerk aus Bankern, Anlegern und Beratern den deutschen Staat. Jetzt befragt ein Ausschuss Carsten Maschmeyer zu seiner Rolle bei den sogenannten Cum-Ex-Deals.

Ein Netzwerk aus Bankern, Großanlegern, Rechtsanwälten und Beratern hat den Staat mit Cum-Ex-Geschäften um Milliarden Euro geprellt. Dieses Fazit zieht der grüne Finanzpolitiker Gerhard Schick nach gut einem halben Jahr Untersuchungsausschuss zu dem Thema. „Ohne die Verbindung von vielen Beteiligten hätte dieser Betrug nicht funktioniert“, folgert Schick aus den ersten Befragungen der Zeugen.

Für Donnerstag ist ein prominenter Investor geladen, der von den Deals profitierte, sich selbst jedoch als Opfer seiner Berater sieht. Die Rede ist von Carsten Maschmeyer, dem früheren Chef und Inhaber der Vermittlerfirma AWD. Der Selfmade-Milliardär und Lebensgefährte von Schauspielerin Veronica Ferres will auspacken, wie er ankündigte. Vorsorglich beschrieb er sich als ahnungslos. Zwar baute er den riesigen Finanzvertrieb AWD auf, verscherbelte ihn mit einem Riesenprofit und verfasst heute Bücher über Geldanlage. Dennoch wusste er nach eigener Darstellung nicht, dass seine Euro mit Geschäften am Fiskus vorbei vermehrt werden sollten. Er habe nie wissentlich in solche Konstruktionen investiert, betonte Maschmeyer: „Ich halte solche Gestaltungen schlicht für unmoralisch.“

Zumindest in diesem Punkt dürfte der 57-Jährige auf Zustimmung im Untersuchungsausschuss stoßen. Alles andere an der Darstellung hält Schick für unplausibel angesichts der Finanzkenntnisse Maschmeyers. Aus seiner Sicht sei es schlicht eine „Sauerei“, wenn ein so vermögender Mensch auf der Jagd nach Rendite den Staat derart ausnehme. „Der Milliardär und Medienliebling Maschmeyer steht beispielhaft für die ohnehin superreichen Profiteure, die sich mit Cum-Ex-Deals auf Kosten der Allgemeinheit bereichert haben“, meint Richard Pitterle von der Linkspartei.

Steuern mehrfach erstattet

Bei den Cum-Ex-Geschäften haben sich Aktionäre jahrelang Kapitalsteuern mehrfach erstatten lassen und damit den Staat um Einnahmen von mindestens zehn Milliarden Euro gebracht. Dafür wechselten sie rund um den Stichtag der Dividendenzahlung mehrfach den Besitzer der Papiere. Umstritten ist, ob sie und ihre Berater in den Banken und Kanzleien damit eine Gesetzeslücke ausnutzten oder ob sie geltendes Recht brachen.

Der Ausschuss soll nicht nur die Machenschaften offen legen, sondern auch die politische Verantwortung klären. Dazu könnte am Donnerstag ein weiterer Zeuge interessante Erkenntnisse liefern. Ulf Johannemann von der Rechtsanwaltskanzlei Freshfields Bruckhaus Deringer soll berichten, wie die Experten des Unternehmens bei den Deals mit ihrem Wissen halfen. Interessant ist, dass Johannemann und seine Kollegen schon im März 2006 sowie 2008 und 2009 auf Seminaren an der Bundesfinanzakademie auf die Gesetzeslücken hinwiesen. Sie machten zudem darauf aufmerksam, dass die damals angestrebte Reform ungeeignet sei, das Problem zu beheben. An den Veranstaltungen nahmen auch Beamte des Bundesfinanzministeriums teil.

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