Jan Marsalek droht nun ein Haftbefehl.

Wirecard-Skandal

Marsalek bleibt verschwunden

  • Thomas Magenheim-Hörmann
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Der ehemalige Wirecard-Vorstand Jan Marsalek will sich nach Medienberichten nicht der Justiz stellen. Ihm droht nun ein internationaler Haftbefehl.

Der Wirtschaftskrimi um den insolventen Dax-Konzern Wirecard wird immer filmreifer. Als eine Schlüsselfigur des mutmaßlichen Betrugsskandals gilt der von Wirecard gefeuerte Ex-Vorstand Jan Marsalek, der sich nun entgegen früherer Aussagen offenbar für eine Flucht vor der Justiz entschieden hat. Das wollen die „Süddeutsche Zeitung“, NDR und WDR aus Kreisen Prozessbeteiligter erfahren haben.

Noch vorige Woche hatte der 40-jährige Manager über seinen Anwalt Frank Eckstein ausrichten lassen, sich wie zuvor der als Wirecard-Chef zurückgetretene Markus Braun der Münchner Staatsanwaltschaft stellen zu wollen. Sein Anwalt schweigt aber nun ebenso wie die Staatsanwaltschaft. Nun droht Marsalek ein internationaler Haftbefehl.

Ob der beantragt wird, ließ eine Justizsprecherin offen. Der mutmaßlich Flüchtige galt als Vertrauter und rechte Hand Brauns. Er war bei Wirecard fürs operative Geschäft vor allem auch in Asien verantwortlich und damit das Epizentrum aller Betrugsvorwürfe. Dort sind gut 1,9 Milliarden Euro auf Treuhandkonten verschwunden oder haben nie existiert. Es besteht der Verdacht, dass große Teile des angeblichen Wirecard-Asiengeschäfts frei erfunden sind.

Die Spur Marsaleks verliert sich auf den Philippinen. Bei dortigen Banken hätten die verschwundenen Milliarden deponiert sein sollen. Philippinische Behörden haben zwar jüngst die Einreise Marsaleks registriert nicht aber seine Ausreise. Gleichwohl vermuten sie, dass er sich nach China abgesetzt hat. Gegen Marsalek, Braun und zwei weitere noch amtierende Wirecard-Vorstände ermitteln Münchner Staatsanwälte schon seit Anfang Juni wegen Marktmanipulation. Im Fall der Österreicher Braun und Marsalek ist Betrugsverdacht dazugekommen.

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