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CRISIS MAR MENOR La fauna marina se esta muriendo en el Mar Menor por la falta de oxigeno en el agua. Fishes in Mar Men
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Öko-Katastrophe am Mar Menor: Fische ersticken in der verschmutzten Lagune.

Im Mar Menor

Umweltkatastrophe in Spanien: Aldi reagiert und zieht Bauern zur Rechenschaft

  • VonSandra Gyuratis
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Ein Beitrag im WDR über die Umweltkatastrophe im spanischen Mar Menor hat Folgen. Der Discounter Aldi reagiert.

Cartagena – Die Umweltschützer haben nicht viel erreicht, die Politiker zaudern und zögern, die Landwirte machen einfach weiter wie bisher. Die Folge: Das Mar Menor, Europas größtes Binnenmeer, stirbt*. Nun hat sich ein gewichtiges Unternehmen eingeschaltet: Die deutschen Supermarktketten Aldi Süd und Aldi Nord fragen, was da eigentlich los ist bei ihren Hauptlieferanten für Obst und Gemüse aus Campo de Cartagena im Süden von Spanien*.

Mar Menor
Fäche170 km²
Mittlere Tiefe 4 m
Als Welterbestätte ernannt4. Oktober 1994
InselnInseln: Isla Mayor, Isla Perdiguera, Isla del Ciervo, Isla del Sujeto, Isla Rondella

Aldi schickte Briefe an 80 Produzenten am Mar Menor und forderte eine Stellungnahme und Aufklärung wegen der „schweren Umweltverstöße“ im Mar Menor*. Sollten die Grundsätze des Unternehmens, verantwortungsvoll mit der Umwelt und natürlichen Ressourcen umzugehen, nicht eingehalten werden, drohe das Ende der Zusammenarbeit, hieß es.

Aldi mischt sich im Fall Mar Menor ein: „Fische sterben lassen für billiges Obst und Gemüse?“

Aldi reagierte damit auf einen Fernseh-Beitrag über die Ökokatastrophe am Mar Menor an der Mittelmeerküste von Spanien. Der Film wurde am 20. Oktober in der Sendung „Markt“ im WDR gezeigt und startete mit der Frage „Fische sterben lassen für billiges Obst und Gemüse?“ Die Dokumentation befasst sich mit dem großen Fischsterben im Mar Menor im August*. Wie bereits im Oktober 2019 wurden diesmal jedoch tonnenweise tote Fische an die Ufer der Touristenhochburgen am Mar Menor gespült.

Öko-Katastrophe am Mar Menor: Fische ersticken in der verschmutzten Lagune.

Hauptursache sind die Abwässer aus der Agrarindustrie, darunter auch Lieferanten von Aldi. Salz-, nitrat- und phosphathaltige Rückstände aus der Entsalzung von Grundwasser und aus Düngemitteln werden illegal ins Mar Menor geleitet. Die Folgen sind eine Explosion der Algenproduktion, Sauerstoffmangel in der Lagune und das Ersticken von Lebewesen.

Aldi mischt sich im Fall Mar Menor ein: Wichtiger Wirtschaftssektor von Murcia am Pranger

Die 80 Obst- und Gemüseanbauern am Mar Menor, die von Aldi angeschrieben wurden, sind angeklagt, von 2017 bis 2021 illegale Entsalzungsanlagen betrieben und die hochbelasteten Abwässer ins Mar Menor geleitet zu haben. Das Argument der Beschuldigten, dass der hohe Grundwasserspiegel schuld sei, der verunreinigtes Wasser in die Lagune sickern ließe, hält Aldi für wenig glaubwürdig, da in der Region Murcia* im trockenen Südosten von Spanien Wassermangel herrsche. Aldi betreibt in der Region Murcia insgesamt 15 Supermärkte, auch in den Mar-Menor-Gemeinden Cartagena, Los Alcázares und San Javier.

Die Brief-Aktion von Aldi hat die Politik in Murcia aufgeschreckt. Eine Wirtschaftskatastrophe nach der Umweltkatastrophe* kann sich die Region, in der die Landwirtschaft eine der wichtigsten Wirtschaftssäulen ist, nicht leisten. Der Landesminister für Landwirtschaft von der konservativen Volkspartei PP, Antonio Luengo, setzte sich umgehend mit dem spanischen Botschafter in Deutschland in Verbindung und bat um ein schnelles Treffen mit Verantwortlichen von Aldi, um sie von der Qualität des Obsts und Gemüses zu überzeugen und davon, wie wichtig Umweltschutz in Murcia genommen werde.

Aldi mischt sich im Fall Mar Menor ein: Rechtsextreme regen sich auf, Landwirte bleiben cool

Die rechtsextreme Partei Vox warf Aldi vor, sich zu Richter, Geschworenen und Henker aufzuspielen und die murcianischen Erzeuger in den Ruin zu treiben. Nach Auffassung der Rechten existiert die Umweltkatastrophe im Mar Menor nur in der Fantasie der Linken. Die Landwirte am Mar Menor scheinen indes die Ruhe zu bewahren, wie die Zeitung „La Verdad“ berichtet. Solche Mitteilungen zwischen Handelspartnern seien „sehr üblich“, meinen sie. Die Erzeuger in der Region würden „wie gewohnt weiterarbeiten, da die meisten Kunden volles Vertrauen in unsere Arbeit haben“. Zudem scheinen die Landwirte überzeugt zu sein, dass die große Mehrheit die Nachhaltigkeitsmaßnahmen lobt, die in den letzten fünf Jahren umgesetzt worden seien. Das große Fischsterben im August konnten die gepriesenen Maßnahmen jedoch nicht verhindern. *costanachrichten.com ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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