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Attac-Protest gegen die Chefs der Deutschen Bank.
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Attac-Protest gegen die Chefs der Deutschen Bank.

Deutsche Bank

Manager probten für Vernehmung

  • Thomas Magenheim-Hörmann
    VonThomas Magenheim-Hörmann
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Die Justiz wirft der Deutschen Bank vor, im Kirch-Prozess Zeugenaussagen abgesprochen zu haben. Gegen die Vorwürfe verteidigt sich die Bank.

Zu Schadenersatz ist die Deutsche Bank bereits im Zivilprozess gegen die Erben von Pleitier Leo Kirch verurteilt. Nun haben auch daraus resultierende strafrechtliche Ermittlungen wegen versuchten Prozessbetrugs gegen fünf Topmanager einige Nahrung gefunden. Die Banker, unter ihnen Co-Chef Jürgen Fitschen und Vorgänger Josef Ackermann sowie Rolf Breuer, haben sich vor ihren Aussagen im Kirch-Prozess bankintern zu Probeprozessen versammelt, um das Geschehen vor Gericht durchzuspielen, geht aus einem Ermittlungsbericht der Behörden hervor. Auch ein Dokument, das bisherigen Behauptungen der Bank widerspricht, ist darin enthalten.

Die Deutsche Bank ist sich keiner Schuld bewusst. „Es ist zu keinem Zeitpunkt versucht worden, Aussagen von Zeugen zu beeinflussen“, erklärte Deutschlands führendes Geldhaus. Zu Details will man sich wegen des laufenden Verfahrens nicht äußern. Die Bank widerspricht den Vorwürfen allgemein. Zeugen seien gehalten, ihre Erinnerungen vor einer Befragung anhand von Unterlagen aufzufrischen, erklärte das Institut die Prozessvorbereitung der Banker. Es sei auch die Pflicht von Anwälten, den Sachverhalt aufzuklären und zu diesem Zweck Gespräche mit den beteiligten Personen zu führen.

„Nie für die Bank gelogen“

Der 82-seitige Ermittlungsbericht spricht eine andere Sprache. Er legt den Verdacht nahe, Vorstände hätten sich im Kirch-Prozess abgesprochen, um die Wahrheit im Sinne der Bank zu beugen. Das geht auf die Auswertung von Daten zurück, die bei Razzien in der Zentrale der Deutschen Bank beschlagnahmt wurden. Ermittelt wird neben Fitschen, Ackermann und Breuer auch gegen Ex-Aufsichtsratschef Clemens Börsig und Ex-Vorstand Tessen von Heydebreck. Die Rechtsabteilung der Deutschen Bank rechnet nun fest mit einer Anklageerhebung gegen die Topmanager durch die Staatsanwaltschaft. „Die sind wild entschlossen dazu“, sagte ein Insider.

Hintergrund des über zehnjährigen Rechtsstreits zwischen den Kirch-Erben und der Deutschen Bank ist ein Interview Breuers, in dem dieser kurz vor der Kirch-Pleite 2002 öffentlich die Kreditwürdigkeit seines Kunden Kirch bezweifelt hatte. Das habe jede Hoffnung auf Sanierung zerstört, befand das Oberlandesgericht München und verurteilte die Bank zu Schadenersatz, deren Höhe derzeit noch verhandelt wird.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass die Bank Kirch in die Enge getrieben hatte, um ein lukratives Beratungsmandat zur Aufteilung seines Medienimperiums zu erzwingen. Das hatten die Banker in ihren Aussagen unisono bestritten. Das Gericht schenkte dem keinen Glauben, Staatsanwälte begannen mit Ermittlungen wegen Prozessbetrug.

Die Bank bestreitet alle Vorwürfe. In beschlagnahmten Unterlagen tauchten aber nun Memoranden des Wirtschaftsrechtlers Michael Hoffmann-Becking auf, in denen er zum Schluss kommt, die Bank habe sich „unstreitig“ um ein Beratungsmandat bemüht. Das sei lediglich eine isolierte Einzelmeinung, wird im Umfeld der Bank kolportiert.

Bei den Probeprozessen seien keine Antworten vorgegeben worden, beteuert ein Beteiligter, der selbst auch im Kirch-Prozess ausgesagt hat. „Ich hätte nie für die Bank gelogen“, sagt er. Die Ermittler hätten einzelne Mails aus dem Datenvolumen „so zusammengeklebt, dass es schräg aussieht“, urteilt ein Insider.

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