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Made in Germany weltweit spitze

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Von: Daniel Baumann

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Getriebeblock für eine Windkraftanlage: Maschinenbauer aus Deutschland genießen weltweit einen Top-Ruf.
Getriebeblock für eine Windkraftanlage: Maschinenbauer aus Deutschland genießen weltweit einen Top-Ruf. © imago/Rainer Weisflog

Deutsche Waren und Dienstleistungen sind im Ausland so begehrt wie nie, verdeutlicht eine neue Studie. Für Kunden kann das gute Image allerdings ein Nachteil sein.

So begehrt waren deutsche Waren und Dienstleistungen im Ausland noch nie. Made in Germany hat laut einer neuen Studie der Universität St. Gallen, die der Frankfurter Rundschau vorliegt, das weltweit beste Image. Damit hat die Bundesrepublik die Schweiz von ihrem Spitzenplatz verdrängt. Aus den drei vorangegangenen Untersuchungen von 2008, 2010 und 2013 waren die Eidgenossen jeweils als Sieger hervorgegangen. Nun hat es nur für den zweiten Platz gereicht.

Allerdings fällt der Vorsprung der deutschen Produkte in Sachen Image hauchdünn aus. Sie kommen auf acht Punkte auf einer Skala von 1 bis 10. Die Eidgenossen erreichen immerhin 7,9 Punkte. Der Wettbewerb zwischen den Ländern bleibe deshalb hart, so die Forscher. Hinter dem Spitzenduo reihen sich Japan, die Vereinigten Staaten, Großbritannien, Frankreich sowie Österreich ein. Waren und Dienstleistungen aus Südeuropa haben ein besseres Image als Produkte von Ländern wie Brasilien, China, Russland oder Indien.

Kopf-an-Kopf-Rennen

Deutschland und die Schweiz liegen in dem Ranking in vielen Bereichen fast gleichauf. „Beide Länder sind gut positioniert“, sagte Studienautor Stephan Feige am Montag auf Anfrage. „Der Unterschied ist gradueller Art.“ Während Schweizer Waren und Dienstleistungen in der Kundenwahrnehmung in den Bereichen Verlässlichkeit, Luxus, Sympathie und Ökologie erkennbar besser abschneiden, punkten die Produkte aus Deutschland in den Bereichen Preis-Leistungs-Verhältnis und Innovation.

„Produkte aus deutschen Werkhallen erfreuen sich weltweit großer Beliebtheit“, kommentierte am Montag der Chefvolkswirt des Deutschen Industrie- und Handelskammertags, Dirk Schlotböller, die Studienergebnisse. „Das ist das Ergebnis langjähriger Arbeit von Unternehmen und ihren Mitarbeitern. Dabei hängt der Absatz von Waren Made in Germany nicht nur an ihrer technischen Qualität, auch das Image und die Werte Deutschlands schwingen dabei mit.“

Welche Werte einem Land international zugemessen werden, wurde in der St. Galler Studie ebenfalls untersucht. Deutschland wird von den Befragten demnach als weltoffenes Land mit starken Traditionen charakterisiert, das ein hohes Level an technologischer Forschung und Innovation aufweise. Zudem genieße die Bundesrepublik international viel Respekt.

Dieter Schweer, Mitglied der Hauptgeschäftsführung des Bundesverbandes der Deutschen Industrie sieht in den vielen wenig bekannten deutschen Weltmarktführern einen Grund für die positive internationale Wahrnehmung hiesiger Produkte. „Bei den Hidden Champions nimmt Deutschland eine ausgeprägte Sonderstellung ein“, so Schweer. „Fast die Hälfte aller Hidden Champions weltweit – rund 1500 innovative Unternehmen – kommt aus Deutschland.“

Begehrte Luxusuhren

Wie bedeutend das Image eines Landes und seiner Produkte für den wirtschaftlichen Erfolg sein können, zeigen die Studienautoren am Beispiel der Schweiz: So sind die Befragten bei Luxusuhren bereit, für ein Produkt aus der Schweiz einen Preisaufschlag von 100 Prozent zu bezahlen. Bei Käse und Kosmetikartikeln sind es immer noch mehr als 50 Prozent. Und für Skiferien in den Schweizer Alpen ist ein Preisaufschlag von wenigstens noch sieben Prozent drin. Im Durchschnitt können die Schweizer eine Made in Switzerland-Prämie von gut 40 Prozent verlangen. Ihre größten Fans hat die Alpenrepublik dabei in China, Brasilien, Indien und Russland.

Für die Untersuchung haben die Wissenschaftler in 15 Ländern in fast halbstündigen Gesprächen insgesamt mehr als 7900 Personen befragt, um das Image verschiedener Staaten und ihrer Produkte zu eruieren.

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