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Handtaschen von Italic.

Italic

Luxus zum Schnäppchenpreis

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Das Start-up Italic will Designerqualität demokratisieren. Es lässt in den Fabriken der Edelmarken fertigen, verkauft aber viel günstiger.

Handtaschen aus den Fabriken, in denen auch Prada oder Givenchy produzieren lassen; Bettwäsche von den Herstellern, die auch für die Hotels Ritz Carlton und Four Seasons arbeiten; und Mützen dort gefertigt, wo auch DKNY seine Waren bezieht: Unter dem Motto „Luxus ohne Label“ will das US-amerikanische Start-up Italic Luxusqualität demokratisieren. Es bietet seine Produkte deutlich günstiger an als die Luxuslabel, lässt sie aber nach eigenen Designs in denselben Edelfabriken fertigen. Fette Logos gibt es nicht, auch keine dezenten Schildchen. Wer nicht Wert auf Marken sondern auf Qualität legt, soll künftig bei Italic shoppen.

Das Sortiment auf der Website ist begrenzt. Doch der Preisnachlass im Vergleich zur teuren Designerware, den Italic jeweils neben seine Produkte schreibt, scheint enorm: Ein Kaschmir-Schal kostet nicht 400, sondern 95 Dollar, eine Ledertasche gibt es für 250 statt bis zu 1000 Dollar, und eine Sonnenbrille für rund 200 Dollar weniger als das edle Pendant. Jeden Monat soll sich die Auswahl verändern. Auch Zahnbürsten und Kosmetikprodukte würden noch hinzukommen.

Ende 2018 gründete Jeremy Cai das Unternehmen in Los Angeles. Seine Mitarbeiter haben bei Apple, der Outdoormarke Patagonia oder dem Edelkaufhaus Barney’s gearbeitet. Die Investoren sehen für seine Idee offenbar gute Erfolgschancen. Mehrere haben Italic bereits mit insgesamt 13 Millionen Dollar unterstützt. Cai und sein Team waren, so werben sie, auf der ganzen Welt auf der Suche nach den besten Herstellern gewesen. Fündig geworden sind sie in Europa und den Vereinigten Staaten, aber vor allem in China.

Doch nicht nur für den Kunden und Italic soll sich die Geschäftsidee lohnen, auch für die Fabriken – da sie nichts an einen Mittelsmann abgeben müssen. Kostbare Dinge müssten nicht unbedingt teuer in der Herstellung sein, sagte Cai einer US-Webseite. Teilweise verkauften Luxuslabels ihre Produkte für das Zehnfache des Herstellungspreises und gäben natürlich viel Geld für Werbung und Marketing aus. „Bei uns kauft wohl kaum der Gucci-Handtaschen-Käufer eine Tasche“, sagt Cai, „aber ihm ist hochwertiges Leder wichtig, also bestellt er sich vielleicht eine Lederjacke bei Italic“.

Während Cais Modell in der westlichen Welt noch neu ist, gibt es in China schon mehrere Firmen, die nach ähnlichem Konzept vorgehen und extrem erfolgreich sind. Und das, obwohl die Chinesen sehr auf Markenlogos stehen. Doch auch in den USA macht etwa die Firma Brandless, die nach eigenen Angaben qualitativ hochwertige Nahrungsmittel, Haushaltswaren oder Kosmetik zu günstigen Preisen und ohne Labels verkauft, sehr gute Geschäfte.

Wer bei Italic einkaufen möchte, muss sich allerdings zuerst anmelden. 120 Dollar im Jahr kostet die Mitgliedschaft. Pro Monat dürfen nicht mehr als zwei Produkte gekauft werden. Und die Deutschen müssen sich gedulden, vorerst dürfen bei Italic nur Menschen mit Wohnort USA shoppen.

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