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Für Air Berlin droht das Aus.
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Für Air Berlin droht das Aus.

Fluggesellschaft

Lufthansa stockt Flotte auf

  • VonStefan Sauer
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Lufthansa übernimmt die belgische Fluglinie Brussels Airlines komplett um ihr Geschäft im Billigflugbereich zu stärken. Offenbar interessiert sich die Fluggesellschaft auch für einen weitere Konkurrenten.

Die Lufthansa geht auf Wachstumskurs. Die größte Fluggesellschaft des Landes wird ihren 45-Prozent-Anteil an der belgischen Brussels Airlines auf 100 Prozent aufstocken und das Unternehmen bis Anfang 2017 in ihre Tochter Eurowings integrieren. Entsprechenden Plänen hat der Konzernaufsichtsrat am Mittwoch in Frankfurt zugestimmt. Mit der Übernahme will die Lufthansa vor allem ihren Billigableger Eurowings stärken.

Brussels verfügt derzeit über 49, Eurowings über 90 Flugzeuge. Zusätzlich könnte die Lufthansa Teile des angeschlagenen Konkurrenten Air Berlin übernehmen. In Rede stehen 40 Air-Berlin-Jets, die bisher Hamburg, Stuttgart und andere mittelgroße deutsche Flughäfen bedienen und an Eurowings verleast werden sollen. Das Geschäft, das am Mittwoch ebenfalls vom Lufthansa-Aufsichtsrat erörtert wurde, soll bereits im Winterflugplan vom 1. November an umgesetzt werden. Damit könnte die Eurowings-Flotte binnen kurzem auf bis zu 180 Flugzeuge wachsen.

Auf der anderen Seite kann sich Air Berlin mit dem Deal auf einen Schlag unrentabler Strecken und hoher Kosten entledigen – ein für das Überleben der Linie unabdingbarer Schritt. Allein im vergangenen Jahr flog das Berliner Flugunternehmen ein Minus von 446 Millionen Euro ein. Die Schulden belaufen sich mittlerweile auf knapp eine Milliarde Euro. Und das, obwohl die Fluggesellschaft Etihad aus Abu Dhabi seit dem Erwerb von 29,2 Prozent der Air-Berlin-Anteile Anfang 2012 fast 1,2 Milliarden Euro in das Unternehmen gesteckt hat. Die Zahlen zeigen: Ohne drastische Kostensenkungen hat Air Berlin keine Chance.

Übernahme bremst Billigflieger-Konkurrenz

Man muss das drohende Aus für Air Berlin mitdenken, um die Rettungsaktion der Lufthansa für den größten innerdeutschen Konkurrenten zu verstehen. Mit dem Deal übernimmt Eurowings nämlich nicht nur Maschinen, sondern auch begehrte Start- und Landerechte von Air Berlin. So kommen andere Billiganbieter nicht zum Zug – was sie zu gern würden. Die irische Ryanair, mit 357 Maschinen die Nummer eins der europäischen Flugdiscounter, und der britische Hauptkonkurrent Easyjet mit 256 Flugzeugen warten nur darauf, Verbindungen und Slots maroder Wettbewerber zu übernehmen.

Aus Sicht der Lufthansa wäre das ein Alptraum. Seit Jahren machen die Dumping-Flieger aus Irland und England der Lufthansa das Geldverdienen auf Kurz- und Mittelstrecken schwer bis unmöglich. Daher ist es so wichtig für den Konzern, Eurowings rasch als Nummer drei auf dem europäischen Billigflugmarkt zu etablieren und gleichzeitig die Expansion der Konkurrenz von den Inseln einzuhegen. So dienen die Übernahmen nicht nur der Mehrung eigener Größe, sie gleichen auch einer Abwehrschlacht. In diesem Zusammenhang sind auch wiederkehrende Spekulationen über einen Rückkauf der einstigen Chartertochter Condor durch die Lufthansa zu sehen.

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