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Die Piloten der Gewerkschaft Cockpit würden auf Gehalt verzichten.

Gehalt

Lufthansa-Piloten bieten Verzicht an

Cockpit-Personal will 45 Prozent des Gehalts abgeben.

Die Bundesregierung plant laut einem Bericht des „Spiegel“ einen Direkteinstieg bei der angeschlagenen Fluggesellschaft Lufthansa. Dem Magazin zufolge geht es um Hilfen im Gesamtvolumen von rund zehn Milliarden Euro. Der „Spiegel“ berief sich auf Angaben aus Verhandlungskreisen.

Demnach sollen 5,5 Milliarden Euro in Form einer stillen Beteiligung des Bundes an die Lufthansa fließen. Im Gegenzug verlangt die Bundesregierung eine Garantiedividende von neun Prozent. Außerdem wolle der Staat mit 25,1 Prozent direkt bei der Lufthansa einsteigen, was knapp eine Milliarde kosten dürfte. Weitere 3,5 Milliarden Euro solle die staatliche Kreditanstalt für Wiederaufbau (KFW) beisteuern. Hierfür wolle die Regierung eine Bürgschaft übernehmen, hieß es.

Eine Sprecherin der Lufthansa wollte sich auf Anfrage zu dem Bericht nicht äußern. Mehreren Medienberichten zufolge dauern die Verhandlungen über das Hilfspaket noch an.

Finanzielle Unterstützung, die Österreich, Belgien und die Schweiz für die Lufthansa-Töchter Austrian Airlines, Brussels und Swiss gewähren, sollen dem „Spiegel“ zufolge auf die Hilfen des Bundes angerechnet werden. Einen entsprechenden Beschluss gibt es aus der Schweiz, Austrian Airlines hat Hilfen beantragt. Als Gegenleistung für mögliche Unterstützung fordern aber auch andere betroffene Regierungen Mitsprache- und Vetorechte.

Bereits am Donnerstag hatten sich die 5000 aktiven Lufthansa-Piloten zu einem Gehaltsverzicht von bis zu 45 Prozent bis zum Sommer 2022 bereiterklärt - dadurch würde die Lufthansa 350 Millionen Euro sparen. Die Piloten „bekennen sich zu ihrer Verantwortung“, erklärte der Präsident der Piloten-Vereinigung Cockpit (VC), Markus Wahl. Voraussetzung ist laut einer Mitteilung der VC aber der Verzicht des Konzerns auf die Insolvenz in Eigenverwaltung, die das Unternehmen wegen der Corona-Krise als Alternative zu einem Staatseinstieg prüft.

Denn im Falle einer Insolvenz in Eigenverwaltung stünden Betriebsrenten und Übergangsvergütungen zur Disposition, weil der Konzern versuchen könnte, die Pensionsverpflichtungen loszuwerden. Auch könnten leichter Tarifverträge gekündigt und Beschäftigte entlassen werden.

Andere Fluggesellschaften kämpfen derzeit ebenfalls mit den Folgen der Pandemie. So erwägt die britische Fluglinie British Airways laut Medienberichten, 1130 ihrer mehr als 4300 Piloten zu entlassen. Auch beim Kabinenpersonal solle es massive Einschnitte geben. Insgesamt will die Airline bis zu 12 000 Stellen abbauen. Derzeit beschäftigt British Airways 42 000 Mitarbeiter.

Die irische Billigfluglinie Ryanair plant den Abbau von bis zu 3000 Stellen bei den Piloten und dem Kabinenpersonal. Zudem sollen die meisten Flüge bis Ende Juni gestrichen werden, teilte das Unternehmen am Freitag mit. Die Airline rechnet damit, dass sich die Kundennachfrage erst im Sommer 2022 erholen wird.

Insgesamt beschäftigt Ryanair weltweit 18 000 Mitarbeiter. Der Stellenabbau werde voraussichtlich in den „nächsten drei bis vier Monaten“ erfolgen, sagte Ryanair-Chef Michael O’Leary dem Sender Bloomberg TV. O’Leary selbst will bis März 2021 auf 50 Prozent seines Gehalts verzichten. (afp/dpa)

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