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Nach sechs Streiktagen geht Lufthansa erneut auf die Piloten zu.
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Nach sechs Streiktagen geht Lufthansa erneut auf die Piloten zu.

Tarifstreit

Lufthansa legt Piloten neues Angebot vor

Die Lufthansa legt der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit ein neues Angebot vor. Die Vergütung der Piloten könne in zwei Stufen um insgesamt 4,4 Prozent steigen, zudem wird nach Konzernangaben eine Einmalzahlung angeboten.

Im Dauerkonflikt mit den streikenden Piloten will die Lufthansa die Gewerkschaft mit einem verbesserten Angebot zurück an den Verhandlungstisch holen. Die Airline bietet eine Erhöhung der Bezüge in zwei Stufen um insgesamt 4,4 Prozent und zusätzlich eine Einmalzahlung an.

„Wir wollen dringend weiteren Schaden vom Unternehmen abwenden und unseren Passagieren endlich wieder den Service bieten, den sie von uns erwarten können“, erklärte Harry Hohmeister, Vorstand Hub Management bei der Lufthansa. Das Angebot sei der Gewerkschaft bereits am Dienstagabend unterbreitet worden.

Im einzelnen bietet die Lufthansa für 2016 eine Vergütungserhöhung um 2,4 Prozent und für 2017 um weitere 2,0 Prozent. Dieses Angebot sei nicht an weitere Bedingungen geknüpft. Die Lufthansa gehe damit auf eine zentrale Forderung der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) ein, hieß es. Die Gewerkschaft habe wiederholt erklärt, auf Basis eines solchen Angebotes zu einer Schlichtung bereit zu sein.

Die Piloten hatten am Mittwoch ihre Streiks bei Lufthansa fortgesetzt. Der Konzern strich deshalb 890 Flüge, davon waren rund 98 000 Passagiere betroffen. Die Flieger der Töchter Eurowings und Germanwings hoben wie geplant ab. Am Donnerstag will die Airline wieder nahezu nach Plan fliegen. Nach den Streiks am Dienstag und Mittwoch werde es nur noch zu vereinzelten Flugstreichungen kommen. Rund 40 Flüge werden demnach ausfallen.

Demos für und gegen Streik

Die Arbeitsniederlegungen der Vereinigung Cockpit treffen den Flugbetrieb bei dem Konzern seit vergangener Woche immer wieder. Bislang sind laut Lufthansa an den seither sechs Streiktagen mehr als 525 000 Passagiere von insgesamt 4461 Flugausfällen betroffen. Nur Sonntag und Montag legten die Piloten eine Pause ein. Das Unternehmen geht von einem Schaden von 10 bis 15 Millionen Euro täglich aus.

Innerhalb des Lufthansa-Konzern formiert sich Widerstand zu den Piloten. Nach Polizeischätzungen demonstrierten am Mittwoch zeitweise bis zu 400 Beschäftigte vor der Unternehmenszentrale am Frankfurter Flughafen gegen den Kurs der Piloten.

Der Betriebsrat des Frankfurter Bodenpersonals hatte ohne Rückendeckung der Gewerkschaften zu der Kundgebung aufgerufen. Er forderte ein schnelles Ende des „zerstörerischen Streits“ und verlangt von der VC, in eine Schlichtung einzuwilligen.

„Was immer die Piloten herausholen, muss am Ende des Tages an anderen Stellen im Unternehmen gegenfinanziert werden“, sagte das Mitglied des Lufthansa-Betriebsrates Frankfurt Boden, Rüdiger Fell. Bei Lufthansa gebe es eine schweigende Mehrheit, die von den Streiks die Nase voll habe. Zeitgleich demonstrierten nach Polizeischätzungen etwa 400 Piloten am Flughafen für ihre Belange.

Lufthansa und Cockpit streiten sich schon seit Jahren um die Gehälter von rund 5400 Piloten der Lufthansa, Lufthansa Cargo und Germanwings. Die VC verlangt für einen Zeitraum von fünf Jahren Tariferhöhungen von zusammen 22 Prozent bis April 2017. (dpa)

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