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Für Lufthansa geht es ums Ganze

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Von: Frank-Thomas Wenzel

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Auf dem Boden geblieben: Piloten der Lufthansa bringen durch einen Streik die Flugpläne durcheinander
Auf dem Boden geblieben: Piloten der Lufthansa bringen durch einen Streik die Flugpläne durcheinander © rtr

Im Streik der Lufthansa-Piloten geht es um weit mehr als um eine Erhöhung der Gehälter. Beide Seiten wären gut beraten, einen schnellen Kompromiss zu finden. Ein Kommentar.

Jetzt streiken sie wieder, die Piloten bei der Lufthansa. Und es wird wohl nicht das letzte Mal gewesen sein. Denn der Interessenvertretung der Flugzeugführer Vereinigung Cockpit (VC) geht es um weit mehr als um drei oder vier Prozent mehr Geld.

Billigflieger machen sich immer stärker breit im Flugverkehr. Die Lufthansa versucht, sie mit ihrer Tochter Eurowings zu imitieren, inklusive ganz anderer Arbeitsbedingungen. Diese Entwicklung will die VC stoppen und sicherstellen, dass auch in der Billigsparte der sogenannte Konzerntarifvertrag mit seinen üppigen Konditionen auch in puncto Betriebsrenten und Vorruhestand uneingeschränkt gilt. Schließlich ist es doch sehr naheliegend, dass künftig zunehmend Verbindungen von der gelb-blauen Lufthansa-Klassik auf Eurowings verlagert werden.

Für die VC geht es deshalb ums Ganze. Aber Konzernchef Carsten Spohr hat längst gezeigt, dass er nicht nachgeben will. Die Crux dabei: Je länger der Konflikt bei der Lufthansa schwelt, umso größer wird der Vorsprung der Billigflieger. Beide Seiten sind deshalb gut beraten, wenn sie in dem erbittert geführten Kampf nun über ihre Schatten springen und ernsthaft einen Kompromiss suchen. Die Piloten müssen eine Absenkung des Gehaltsniveaus akzeptieren, nur so kann die Lufthansa auf Dauer mithalten. Spohr muss akzeptieren, dass die VC künftig auch bei Eurowings mit am Tisch sitzt. Ein Schlichter kann hilfreich sein, die Details zu klären.

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