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Lufthansa-Flugzeug
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Labgstreckenflüge der Lufthansa waren über Weihnachten praktisch ausgebucht. (Symbolfoto)

„Haben das unterschätzt“

Lufthansa vor Silvester teils „praktisch ausgebucht“ - Konzern-Chef muss trotzdem Fehler einräumen

  • Kathrin Reikowski
    VonKathrin Reikowski
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Zum Ende des Jahres 2020 waren Lufthansa-Langstreckenflüge praktisch ausgebucht. Konzernchef Spohr spricht im Interview darüber, was Belegschaft und Passagiere 2021 zu erwarten haben.

Frankfurt am Main - Positive Nachrichten für die Lufthansa - auf niedrigem Niveau: „Für Weihnachten und Silvester gab es einen steilen Anstieg bei den Buchungen. Das Langstreckenangebot etwa nach Südafrika, Malediven, Mauritius, Barbados, Namibia oder Mexiko war für diesen Zeitraum praktisch ausgebucht“, sagt Lufthansa-Konzernchef Karsten Spohr.

Trotz hartem Lockdown in Deutschland seien die Buchungen bei der Lufthansa nicht storniert worden. Insgesamt wurden etwa 10 Prozent der Passagierzahlen aus dem vergleichbaren Zeitraum im Vorjahr erreicht. Nicht zuletzt am Flughafen München hatte es einen recht unerwarteten Run gegeben, wie Merkur.de* berichtete.

Zwischen Schnelltests vor dem Flug, beengten Raumverhältnissen an Bord, einem Milliarden-Kredit des Bundes und der Entlassung von 29.000 Mitarbeitern muss sich die deutsche Airline vor dem Jahreswechsel einigen unbequemen Fragen stellen. Im Interview mit der Zeitung Welt gab Spohr auf einige davon Antworten.

Zuletzt war die Lufthansa in die Kritik geraten, weil kurz vor Weihnachten bekannt wurde, dass das Kurzarbeitergeld von Piloten um bis zu 15.000 Euro pro Monat aufgestockt wird. Besonders die Nachricht, dass Gehälter im Krankenhaus eventuell Anfang 2021 nicht mehr bezahlt werden können, war einigen Steuerzahlern sauer aufgestoßen.

Lufthansa 2021: Das haben Passagiere zu erwarten

Wie soll die Sicherheit der Passagiere im nächsten Jahr gewährleistet werden? Wenn die Einhaltung von Abstandsregeln an Bord kaum möglich ist? So lautet eine der dringlichsten Fragen, die zur Wiederbelebung des Geschäfts beantwortet werden muss. „Im Interkontinentalverkehr rechnen wir mit drei Phasen: Zunächst wird die Anzahl der Strecken mit verbindlichen Schnelltests zunehmen und in vielen Fällen die Wiederaufnahme von Flugverkehr erst möglich machen“; sagte Spohr dazu. „In der zweiten Phase wird es wahrscheinlich eine Option zwischen Test oder Impfnachweis geben. Schließlich erreichen wir dann irgendwann hoffentlich eine ausreichende Immunität der Weltbevölkerung. Dies würde dann auch das Impfzertifikat überflüssig machen.“

Bisher habe es zwar Fälle von infizierten Patienten an Board gegeben, aber noch keinen Nachweis einer während des Flugs erfolgten Ansteckung, so der Konzernchef.

Lufthansa 2021: So will sich der Konzern gegenüber dem Bund und mit seinen Mitarbeitern aufstellen

Mit neun Milliarden Euro hat der Bund die Lufthansa im Pandemie-Jahr* 2020 unterstützt. Mit 20 Prozent ist der Staat aktuell an der Lufthansa beteiligt, bis 2023 will man wieder ausgestiegen sein. „Ich halte es für wahrscheinlich, dass wir zu gegebener Zeit einen Käufer für den Bundesanteil finden“, sagt Spohr zu einem möglichen Ausstiegsszenario.

Die Rückzahlung der Kredite könne nur mit einer kleineren und gleichzeitig moderneren Lufthansa gelingen. Aktuell sei es dank Einsparungen nur notwendig gewesen, drei der zugesicherten neun Milliarden abzurufen. Trotzdem: Man habe die Rückkehr des Flugverkehrs überschätzt.

„Wir haben gleichzeitig unterschätzt, wie schnell wir die Kosten senken können. In diesem Jahr haben wir zwei Drittel des Umsatzes verloren, konnten aber die Kosten um die Hälfte senken. Daher ist die Liquidität höher als erwartet.“ Für die Mitarbeiter bedeutet das, dass zwar keine weiteren Stellen abgebaut werden sollen - zumindest bis März 2023. Dennoch müssten sich viele darauf einstellen, weniger zu arbeiten. „Intelligente Teilzeitmodelle“ nennt der Konzernchef das. (kat)

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