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Ein Bild mit Symbolcharakter: Die Lufthansa-Chefs Carsten Spohr (l.) und Simone Menne (l.) beim Shakehands mit Flugbegleitern (Archivbild).
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Ein Bild mit Symbolcharakter: Die Lufthansa-Chefs Carsten Spohr (l.) und Simone Menne (l.) beim Shakehands mit Flugbegleitern (Archivbild).

Tarifkonflikt am Flughafen

Lufthansa einigt sich mit Gewerkschaft

  • Frank-Thomas Wenzel
    VonFrank-Thomas Wenzel
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Eine Schlichtung zwischen der Firma Lufthansa und den angestellten Flugbegleitern ist erfolgreich. Streiks scheinen damit verhindert.

Schlichten und Schweigen – das Motto von Matthias Platzeck hat sich abermals bewährt. Fünf Monate hat der frühere sozialdemokratische Ministerpräsident von Brandenburg hinter verschlossenen Türen verhandelt. Und er hat tatsächlich eine Einigung in einem der härtesten Tarifkonflikte der vergangenen Jahre erreicht. Lange Zeit schien es so, als seien die Gräben zwischen dem Lufthansa-Management und der Flugbegleiter-Gewerkschaft zu tief. Im November 2015 streikte das Kabinenpersonal eine Woche lang. Es war der längste Arbeitskampf  in der Geschichte der Lufthansa. Etwa 500000 Passagiere waren von Flugausfällen betroffen. Wer bei den UFO-Leuten nachfragte, bekam hinter vorgehaltener Hand zeitweise doch einige Boshaftigkeiten zu hören. Wie es Platzeck  geschafft hat, das Klima zu entgiften, will er nächsten Dienstag auf einer Pressekonferenz erläutern. Doch allein schon die Tatsache dass es einen Kompromiss gibt, ist bemerkenswert. Das einfachste in die Verhandlungen waren dabei die Gehälter. Schon zu Jahresbeginn einigten sich beide Seiten, dass es neben einer Einmalzahlung von 3000 Euro bis Ende September 2,2 Prozent mehr Geld gibt. Von Oktober an wird es wohl in einer ähnlichen Größenordnung weitergehen.

Beide Seiten hatten sich so heftig ineinander verbissen, weil über kurzfristige Lohnsteigerungen hinaus, ein Weg gefunden werden musste, der langfristig trägt – in einer Branche mit immer härterem Konkurrenzkampf.  Für die Ufo-Chef Nicoley Baublies konnte es deshalb nur darum gehen, so viel wie nur möglich von den vergleichsweise großzügigen Besitzständen für die Stewards und die Stewardessen zu retten. Für Lufthansa-Boss Casten Spohr geht es darum, das Kosten- und damit das Gehaltsniveau dauerhaft zu senken. Denn Deutschlands größte Airline hat sich mit Jahresbeginn de facto in zwei Gesellschaften zerlegt. In die gute alte, blau-gelbe Lufthansa-Klassik, die auf Langstreckenflüge setzt und  in einen Billigflieger namens Eurowings, der Easyjet und Ryanair Konkurrenz machen soll. Das funktioniert nach Ansicht des Managements aber nur, wenn das Kostenniveau um etwa 40 Prozent gedrückt wird. Ganz wichtig ist dabei, finanzielle Risiken bei den Betriebsrenten auszukehren. In der gegenwärtigen Niedrigzinsphase hat die Lufthansa Probleme, die bislang garantierten Zahlungen zu stemmen. Deshalb wird das System umgestellt. Garantiert wird nicht mehr die Gesamtauszahlung, die Zinserträge beinhaltet, sondern nur noch die Höhe eines Zuschusses vom Unternehmen. Um zahlreiche Details dieser komplexen Materie soll noch in den vergangenen Tagen heftig gerungen worden sein.

Baublies und seine Leute haben überdies eingesehen, dass es Gehaltsunterschiede zwischen den Kabinen-Crews in der Billig- und der Nobelkategorie geben muss. Doch zugleich dürften die Ufos durchgesetzt haben, dass für Flugbegleiter die Grenzen innerhalb des Konzerns offen bleiben. Wer länger dabei bleibt und sich in der Eurowings-Kabine bewährt, soll gute Chancen haben, in die Lufthansa-Klassik aufzusteigen – nebst besserer Bezahlung. Wie viele das künftig sein werden, ist indes offen. Experten gehen davon aus, dass die blau-gelbe Flotte immer weiter schrumpft. Gut möglich ist etwa, dass Eurowings früher oder später nicht nur den europäischen Punkt-zu-Punkt-Verkehr betreibt, sondern auch die Zubringerflüge zu den Drehkreuzen in Frankfurt und München übernimmt, wo die Langstreckenmaschinen warten. (dpa)

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