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2020 bleibt etwas mehr Netto vom Brutto übrig - das liegt unter anderem an höheren Steuerfreibeträgen.

Gehalt 2020

2020 bleibt etwas mehr Netto vom Brutto

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Höhere Steuerfreibeträge und weitere gesetzliche Änderungen sorgen dafür, dass die meisten Arbeitnehmer im neuen Jahr mehr Geld in ihrem Portemonnaie haben.

  • Einige Änderungen wirken sich 2020 positiv im Geldbeutel von Arbeitnehmern aus
  • Höhere Steuerfreibeträge und mehr verändern die Höhe der Abgaben
  • Aus diesen Gründen bleibt etwas mehr Netto vom Brutto 2020

Wer Ende des Monats seine erste Gehaltsabrechnung für 2020 bekommt, wird vermutlich erst einmal stutzen: Das Nettogehalt wird sich bei fast allen Arbeitnehmern ein wenig geändert haben – und zwar vermutlich zum Positiven. Auch dann, wenn kein allgemeiner Gehaltssprung vorgesehen ist. Die Gründe sind wie in fast jedem Jahr einige gesetzliche Änderungen. So tragen höhere Steuerfreibeträge oder auch ein leicht gesunkener Beitrag zur Arbeitslosenversicherung dazu bei, dass sich die Höhe der Abgaben vom Bruttogehalt verändert.

Mehr Netto vom Brutto 2020 - Gehaltsklassen profitieren profitieren unterschiedlich

Doch auch wenn nach einer Beispiel-Berechnung von Datev, einer Firma für Steuerberatersoftware, durchweg alle Gehaltsklassen profitieren, gibt es dennoch Unterschiede, wie stark sich die Änderungen auswirken. Denn gleichzeitig steigen etwa auch die Beiträge bei vielen Krankenkassen – was sich wiederum negativ auf die Höhe des Nettolohns auswirken kann.

In der Beispielberechnung von Datev steigt das Nettogehalt im Vergleich zum Vorjahr in den betrachteten Steuerklassen I (Singles), II (Alleinerziehende) und III (Verheiratete) mit den Gehaltsstufen bis zu einem Monatsbrutto von 4500 Euro fast kontinuierlich an. Ab einem Bruttogehalt von 5000 Euro fällt das Plus in allen Steuerklassen wieder etwas geringer aus, um dann wieder anzusteigen.

Mehr Netto vom Brutto 2020 - Singles profitieren am meisten, Geringverdiener am wenigsten

So profitieren Singles und Alleinerziehende mit einem monatlichen Bruttogehalt von 6500 Euro am meisten. Sie können laut Datev mit einem Plus von 267 beziehungsweise 274 Euro im Jahr rechnen. In der Steuerklasse III, also bei verheirateten Arbeitnehmern, sind Beschäftigte mit einem Bruttogehalt von 4500 Euro die größten Gewinner. Sie bekommen demnach in diesem Jahr 235 Euro (keine Kinder) beziehungsweise 239 Euro (bei zwei Kindern) mehr Nettogehalt.

Am wenigsten hingegen machen sich die Änderungen bei Geringverdienern bemerkbar. Bei einem Bruttoeinkommen von 1500 Euro belaufe sich die Steuerersparnis je nach Steuerklasse auf acht bis 84 Euro im Jahr. Auch in den hohen Gehaltsklassen von 7000 Euro brutto ist die Entlastung nicht allzu groß, es gibt aber eine mit 67 bis 99 Euro im Jahr.

Mehr Netto vom Brutto 2020: Mehrheit der Arbeitnehmer profitiert

Für diese Beispielberechnungen sind Werte für das Bundesland Bayern herangezogen worden, allerdings ohne die Kirchensteuer zu berücksichtigen, die in Bayern und Baden-Württemberg bei acht Prozent und in allen anderen Bundesländern bei neun Prozent der Einkommenssteuer liegt. Somit sind die Werte auch vergleichbar mit anderen Bundesländern. Außerdem wurde ein Arbeitnehmer zugrunde gelegt, der in der gesetzlichen Krankenversicherung angemeldet ist. Hier ist ein individueller Zusatzbeitrag von 1,1 Prozent angenommen worden.

„Die große Mehrheit der Arbeitnehmer wird von den zahlreichen Steuerrechtsänderungen tatsächlich profitieren“, sagt Isabel Klocke vom Bund der Steuerzahler. Im Einzelfall könne es aber auch vorkommen, dass sich die verschiedenen Steuerrechtsänderungen ausgleichen und am Ende eine Abgabenlast von plus minus null im Vergleich zum Vorjahr dastehe. Der individuelle Fall könne schließlich immer ein wenig anders gelagert sein als die Musterrechnung.

Ein Überblick, was das Nettogehalt beeinflusst:

  • Höhere Freibeträge: Der steuerliche Grundfreibetrag ist zum Jahreswechsel um 240 Euro auf 9408 Euro jährlich angestiegen. Das bedeutet, dass bis zu diesem Einkommensbetrag keine Steuern fällig werden. Bei Ehepaaren liegt die Grenze bei 18 816 Euro. Damit soll der Effekt der sogenannten kalten Progression gemindert werden. Ebenso wurde der Kinderfreibetrag angehoben – von 2490 Euro je Elternteil auf 2586 Euro.
  • Arbeitslosenversicherung: Der Beitragssatz zur Arbeitslosenversicherung sinkt ab Januar von 2,5 Prozent auf 2,4 Prozent. Die Änderung um 0,1 Punkte gegenüber dem Vorjahr ist damit zwar minimal, wirkt sie sich aber dennoch zugunsten der Versicherten aus.
  • Beitragsbemessungsgrenzen: Die Beitragsbemessungsgrenzen in der gesetzlichen Krankenversicherung sind angehoben worden. „Für Arbeitnehmer mit einem guten Einkommen kann es nun teurer werden“, sagt Klocke vom Bund der Steuerzahler. Außerdem haben Dutzende Krankenkassen ihre Beitragssätze erhöht. Wer davon betroffen ist, zahlt mehr. Die Beitragsbemessungsgrenzen in der Renten- und Arbeitslosenversicherung sind ebenso angehoben worden. Das führt dazu, dass insbesondere Arbeitnehmer ab einer Gehaltsstufe von 6500 Euro brutto monatlich von den anderen Ersparnissen nicht allzu sehr profitieren.
  • Rentenversicherung: Nicht sofort, aber bei der Steuererklärung bemerkbar machen wird sich, dass die Beiträge zur Rentenversicherung besser abgesetzt werden können. So können für das Jahr 2020 bis zu 90 Prozent der Vorsorgeaufwendungen steuerlich geltend gemacht werden, bislang waren es maximal 88 Prozent. Allerdings wird bei Arbeitnehmern der steuerfreie Arbeitgeberanteil für die gesetzliche Rentenversicherung von den Vorsorgeaufwendungen abgezogen.

Auch Beschäftigte, die den Mindestlohn erhalten, Sozialhilfe, Arbeitslosengeld II oder Grundsicherung im Alter beziehen, erhalten 2020 etwas mehr Geld.

Mehr Netto vom Brutto 2020: Ersparnis im Vergleich zu Vorjahren ist geringer

Fazit: Die Mehrheit der Arbeitnehmer wird profitieren, wenn auch nicht mit großen Summen. „Auch wenn 2020 grundsätzlich alle Arbeitnehmer mehr Netto auf ihr Konto bekommen, fällt die Ersparnis im Vergleich mit den Entlastungen zum vorangegangenen Jahreswechsel deutlich geringer aus“, schränkt auch Datev ein.

Mehr Netto vom Brutto 2020: Eigene künftige Steuerlast kalkulieren

Das Bundesfinanzministeriumstellt einen Abgabenrechner bereit, mit dem jeder seine eigene künftige Steuerlast kalkulieren und damit sehen kann, wie groß der Betrag ist, der 2020 vom Brutto abgeht. Der Rechner erlaubt es außerdem, Vergleiche zu vergangenen Jahren anzustellen.

Nötige Angaben dafür sind unter anderem die Steuerklasse, der Jahresbruttolohn, die Zahl der Kinderfreibeträge oder auch die Angabe, ob eine Rentenversicherung nach Ost- oder Westtarif besteht. Je mehr Angaben gemacht werden, desto genauer kann die Höhe der Abgaben ermittelt werden. 

Wie wird das Jahr für Arbeitnehmer, Azubis und Rentner? 2020 könnte vom Gehalt mehr Netto vom Brutto übrig bleiben. 

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