Zu lange am Steuer

Lkw fallen durch

  • schließen

Schwerwiegende Gesetzesverstöße bei jeder dritten Kontrolle von Brummis.

Bei jeder dritten Lkw-Kontrolle in Deutschland sind im vergangenen Jahr zum Teil schwerwiegende Gesetzesverstöße festgestellt worden. Das geht aus der Antwort des Bundesverkehrsministeriums auf eine Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion hervor.

Demnach wurden im vergangenen Jahr 554 451 Lkw vom Straßenkontrolldienst des Bundesamts für Güterverkehr angehalten und untersucht. Laut Verkehrsministerium wurden bei 180 369 Kontrollen Gesetzesverstöße festgestellt. In 128 316 Fällen ging es um Verstöße gegen das Fahrpersonalrecht, in dem unter anderem Lenk- und Ruhezeiten von Lkw-Fahrern geregelt sind. Die tägliche Lenkzeit darf höchstens neun Stunden betragen, eine Erhöhung auf zehn Stunden ist zweimal wöchentlich zugelassen. Darüber hinaus gibt es umfangreiche Vorgaben für Ruhezeiten. Des Weiteren gab es 33 045 Verstöße gegen das Straßenverkehrsrecht und 3243 gegen das Güterkraftverkehrsgesetz, welches Vorgaben zum Ladegewicht enthält.

818 Mal stießen Kontrolleure auf Fälle von illegaler Beschäftigung. 9,7 Millionen Lastwagen wurden daraufhin kontrolliert, ob für ihre Fahrten Lkw-Maut gezahlt wurde. Laut Verkehrsministerium kam es 2018 in 22 896 Fällen zu Beanstandungen.

Grünen-Verkehrspolitiker Matthias Gastel kritisierte die Kontrollpraxis. „Es ist bekannt, dass durch Unterlaufen von Sozialvorschriften und technischen Regeln der Wettbewerb zwischen Güterbahnen und Lkw zusätzlich verzerrt wird“, sagte der Bundestagsabgeordnete dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Statt angesichts der niedrigen Kontrollquote von 0,1 Prozent die Kontrolldichte zu erhöhen, setze die Bundesregierung jedoch auf mehr Personal bei der Überprüfung der Lkw-Maut. Dabei gebe es „kaum noch Mautvergehen“. Trotzdem wolle der Bund hier 51 neue Stellen schaffen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare