China

Liste „unzuverlässiger“ Firmen

China kontert die US-Sanktionen gegen Huawei.

Als neue Waffe im Handelskrieg mit den USA will China eine Liste mit „unzuverlässigen“ ausländischen Firmen aufstellen. Auf der Strafliste sollen Unternehmen, Individuen und Organisationen geführt werden, die den Interessen chinesischer Unternehmen schaden, sagte Gao Feng, ein Sprecher des chinesischen Handelsministeriums am Freitag. Dazu sollen Unternehmen gehören, die gegen „Marktregeln verstoßen“ oder die Belieferung chinesischer Firmen aus nicht kommerziellen Gründen blockieren oder gestoppt haben.

Welche Konsequenzen Firmen drohen, die auf der Liste stehen, sagte der Sprecher nicht. Details sollten in „naher Zukunft“ folgen.

US-Präsident Donald Trump hatte neben Strafzöllen gegen China den Handelskrieg mit dem Land in den vergangenen Wochen verschärft, indem er den chinesischen Telekom-Riesen Huawei auf eine „schwarze Liste“ setzte. Damit unterliegen dessen Geschäftsbeziehungen zu US-Partnern strengen Kontrollen. Mehrere Chiphersteller und der Internetkonzern Google kündigten in Folge der Sanktionen an, Geschäfte mit Huawei einzuschränken oder abzubrechen.

China drohte daraufhin den USA bereits mit einer Verknappung der Seltenen Erden. Ein hoher Regierungsbeamter sowie Staatsmedien machten am Mittwoch deutlich, dass China die wichtigen High-Tech-Metalle als Waffe im Handelskonflikt und im Kampf gegen das Vorgehen der USA gegen den Telekom-Riesen Huawei einsetzen könnte.

Als Vergeltung für bereits verhängte Strafzölle Washingtons traten am Freitag neue Abgaben der Chinesen in Kraft. Das Handelsministerium in Peking wollte um Mitternacht (Ortszeit) Zölle auf US-amerikanische Waren im Wert von 60 Milliarden Dollar anheben. Je nach Produkt gelten dann Zölle von bis zu 25 Prozent. Insgesamt sind 5140 Waren betroffen.

Die Strafen, die Peking bereits Mitte Mai angekündigt hatte, folgen auf die jüngste Erhöhung der Strafzölle Washingtons von zehn auf 25 Prozent auf chinesische Produkte im Wert von 200 Milliarden Dollar. Vor dem Hintergrund des seit Monaten andauernden Handelsstreits schwächelt die chinesische Konjunktur weiter.

In einer separaten Entscheidung hatte das US-Handelsministerium am Mittwoch angekündigt, vorläufig auch Strafzölle von bis zu 1731,75 Prozent auf chinesische Matratzen zu erheben. Stahl-Bierfässer sollen mit einem Strafzoll von bis zu 79,71 Prozent belegt werden. Beide Produkte seien von chinesischen Anbietern zu Dumping-Preisen angeboten worden. Auch Bierfässer aus Deutschland und Mexiko sollen demnach vorläufig mit Anti-Dumping-Zöllen von 8,6 Prozent und 18,5 Prozent belegt werden. (dpa)

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