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Das Lilium-Flugtaxi im Luftraum über Bayern.

Flugtaxi

Das Lilium-Flugtaxi geht in Serie

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Noch konstruiert der 2015 gegründete Flugtaxi-Anbieter Prototypen, doch jetzt baut das Jungunternehmen ein großes Werk in Bayern.

Deutschlands Flugtaxi-Pioniere drücken aufs Tempo. Am Dienstag hat Volocopter mit seinem elektrischen Kleinhubschrauber in Singapur erfolgreich einen bemannten Testflug mit einem Flugtaxi absolviert. Rivale Lilium aus Weßling bei München beginnt nun mit der Produktion seines kleinflugzeugähnlichen Elektromodells am Firmensitz im Münchner Umland. „Unser erstes Werk am selben Standort, wo unsere Ingenieure sind, wird uns große Vorteile in der Vorbereitung zur Massenproduktion bringen“, sagt Mitgründer und Firmenchef Daniel Wiegand. Erste Prototypen des Lilium Jets werden derzeit von vorerst noch 50 Beschäftigten gebaut.

Über dieses fertige Prototypenwerk hinaus ist eine zweite, größere Fabrik für die Großserie ebenfalls am Firmensitz nun im Bau, um 2025 einen vollständigen Passagierbetrieb an mehreren internationalen Standorten zu starten. Die genauen Routen sind noch offen. Einige hundert der schnellen Elektroflieger sollen dann jährlich in Weßling gebaut werden können. Eine genauere Zahl nennt Lilium aus Wettbewerbsgründen nicht.

Lilium will bis 2025 in eigener Regie Strecken in Europa, Asien und Nordamerika bedienen. Insgesamt soll das Personal in der Fertigung bis dahin auf 500 Beschäftigte verzehnfacht werden. In London wird parallel dazu an einem neuen Standort Software zur Flugbuchung per Smartphone-App entwickelt, wozu ebenfalls mehrere hundert Jobs im Aufbau sind. Derzeit beschäftigt Lilium gut 350 Mitarbeiter.

Experten glauben, dass Flugtaxis made in Germany auch das Zeug zum Exportschlager haben. „Wir haben hierzulande eine weltweit führende Automobil- und Luftfahrtindustrie und eine breit aufgestellte Digitalbranche“, sagt der Chef des heimischen IT-Branchenverbands Bitkom, Achim Berg. Das sei vom technischen Know-how her alles, was es zur Entwicklung von Flugtaxis brauche. Neue Fortschritte beim Lilium Jet unterstreichen das.

Der innovative Elektroflieger hat soeben eine Testphase erfolgreich beendet. Konnte er im Mai erst schweben und in der Senkrechten nach oben und unten bewegt werden, fliegt das Gerät nun auch in der Horizontalen gut 100 Stundenkilometer schnell. „Der Lilium Jet erfüllt unsere Erwartungen“, sagt Testflugchef Leandro Bigarella. Der Jet wechsle reibungslos vom senkrechten in den horizontalen Flug. Das geschieht mittels schwenkbarer Elektrodüsen an den Flügeln.

Die nächste, bis 2020 ausgelegte Testphase beginnt nun. In ihr soll das Flugverhalten bei Höchstgeschwindigkeit von 300 Kilometern pro Stunde erprobt werden. Damit wäre der Lilium Jet allen Konkurrenten überlegen und nach Angaben seiner Konstrukteure das weltweit schnellste, vollelektrische senkrecht startende sowie landende Flugzeug. Die Batterie soll eine Stunde Vollgeschwindigkeit erlauben, was pro Ladung 300 Kilometer Reichweite ergibt. Den Energieverbrauch eines Lilium Jet beziffern dessen Erfinder auf den eines Elektroautos auf gleicher Strecke. Dabei bietet der Elektroflieger fünf Sitzplätze. Die Flugtaxi-Modelle der Konkurrenz sind in der Regeln mit zwei bis vier Sitzplätzen bestückt.

Was kommerziellen Streckenbetrieb angeht, dürfte zeitlich allerdings Volocopter die Nase vorn haben. Das Unternehmen, an dem Daimler und dessen Großaktionär Geely aus China beteiligt sind, will bereits in zwei bis drei Jahren erste Strecken bedienen und als erstes Flugtaxi weltweit eine Zulassung für den Flugverkehr erhalten.

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