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In den USA ist Doordash Marktführer.
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In den USA ist Doordash Marktführer.

Start-up

Lieferdienst Doordash kommt nach Deutschland

  • Steffen Herrmann
    VonSteffen Herrmann
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Mit Doordash drängt ein großer Player auf einen umkämpften Markt. Das US-Unternehmen will klimaneutral ausliefern und so gegen die Konkurrenz bestehen.

Am Vorabend war er nach eigenen Angaben noch durch die Stuttgarter Innenstadt geradelt und hatte Burger und Burritos ausgeliefert, am Mittwochmittag saß Andy Fang dann gut gelaunt in einem Restaurant der baden-württembergischen Landeshauptstadt. Fang ist Mitgründer und einer der Chefs von Doordash. Der US-Lieferdienst will von Stuttgart aus künftig den deutschen Markt erobern. Deutschland sei sehr attraktiv, sagte Fang bei einer Pressekonferenz am Mittwoch. „Mehr als 80 Prozent der Restaurants sind noch nicht auf einer Online-Plattform.“ Für Fang ist Deutschland also ein unterversorgter Markt, der seinem Unternehmen große Wachstumschancen verspricht.

Zunächst konzentrieren sich die US-Amerikaner aber auf Stuttgart. Die Stadt sei ein Testballon, sagte Fang, was danach komme, sei noch offen. Einige konkrete Ansagen machte Fang aber doch: Restaurants, die nur die Software von Doordash nutzen und ihre Bestellungen selbst ausliefern, sollen rund zehn Prozent Provision zahlen. Sind Doordash-Kuriere im Einsatz, steigt die Provision auf 25 bis 30 Prozent. Seinen Fahrerinnen und Fahrern will Doordash E-Bikes, Sicherheitstrainings, Jacken und Mobilfunktarife stellen. Die bei den Lieferungen entstehenden CO2-Emissionen will das Unternehmen kompensieren.

Doordash als Lieferdienst von Studenten gegründet

Doordash wurde 2013 von vier Studenten der US-amerikanischen Universität Stanford gegründet, knapp sieben Jahre später ging das Start-up an die Börse und ist inzwischen Marktführer in den USA. Dazu ist das Unternehmen in Kanada, Australien und Japan aktiv. Nach eigenen Angaben beliefert Doordash monatlich 20 Millionen Kunden.

Obwohl man bislang noch keine Doordash-Kuriere auf deutschen Straßen sah, ist das Unternehmen schon im Hintergrund aktiv: Im September beteiligten sich die Kalifornier mit knapp 352 Millionen Euro am deutschen Start-up Flink. Und in der vergangenen Woche kündigte Doordash an, den aus Finnland stammenden Konkurrenten Wolt für rund sieben Milliarden Euro übernehmen zu wollen. Zur Frage, ob die beiden Marken künftig neben einander in Städten aktiv sind, wollte sich Fang nicht äußern. In Stuttgart jedenfalls ist Wolt nicht.

Wettlauf der Lieferdienste: Auch Delivery Hero mischt mit

Der Markt der Lieferdienste ist umkämpft, beinahe monatlich kommt ein neuer Player nach Deutschland. Und auch ein Pionier ist zurück – Delivery Hero: 2011 in Berlin gegründet, verließ das Unternehmen 2018 den deutschen Markt. Damals verkaufte die Plattform ihre Marken Lieferheld, Pizza.de und Foodora an den niederländischen Rivalen Takaway.com, der fortan den deutschen Markt mit der Marke Lieferando dominierte.

Im Frühjahr 2021 dann die Kehrtwende: In den deutschen Innenstädten waren angetrieben durch die Restaurantschließungen während der Pandemie inzwischen nicht mehr nur Kuriere von Lieferando unterwegs, sondern auch vom Fahrdienstvermittler Uber und von Start-ups wie Gorillas, Flink, Getir und Wolt. Der Dax-Konzern Delivery Hero wollte mitmischen und schickte die Marke Foodpanda an den Start.

Lieferdienste bringen nicht mehr nur Essen

Wie die Konkurrenz liefert Foodpanda nicht mehr nur Essen, sondern auch Schuhe, Haushaltswaren und andere Produkte. Das Versprechen, das alle Lieferdienste der Kundschaft machen: Die Ware ist schon kurz nach der Bestellung an der Haustüre. Dafür braucht man Personal – nur wer genügend Fahrerinnen und Fahrer hat, kann das Versprechen der schnellen Lieferung einhalten. Foodpanda sucht derzeit rund 1000 Fahrerinnen und Fahrer. Doordash startet in Stuttgart zunächst mit 30 Menschen, die allerdings nicht direkt bei den US-Amerikanern beschäftigt sind.

Profitabel sind die konkurrierenden Dienste in der Regel noch nicht. Ihnen geht es darum, zunächst große Marktanteile einzusammeln. Der Zahltag soll dann in Zukunft kommen – auch für Doordash. „Wir denken in Dekaden“, sagte Fang. Sollte es Gewinne geben, würden sie sofort wieder investiert.

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