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Schloss in Vaduz: Das Fürstentum kooperiert jetzt bei Steuerhinterziehung mit den USA.

Steuerabkommen mit USA

Liechtenstein lenkt ein

Das Fürstentum lockert im Verhältnis zu den USA das Bankgeheimnis. Auskünfte erteilt der Kleinstaat nicht nur bei Steuerbetrug, sondern auch bei Steuerhinterziehung.

Frankfurt a. M. Das Fürstentum Liechtenstein hat ein wegweisendes Steuerabkommen mit den USA unterzeichnet.Dem nach über zweijährigen Verhandlungen vereinbartenAbkommen zufolge können die US-Behörden von Anfang 2010 an amerikanische Steuersünder auch in Liechtenstein verfolgen. Bei einem begründeten Verdacht auf Steuerdelikte nach US-Recht hebe das Land das Bankgeheimnis auf.

Das ändert einiges. Denn um Zugriff auf Kontodaten zu erhalten, mussten die US-Behörden bislang den Steuerbetrug nachweisen - eine Voraussetzung, die in der Praxis den Zugang zu Kontodaten von Liechtensteiner Banken quasi unmöglich machte.

Die Vereinbarung dürfte nun den Druck auf die Schweiz erhöhen. Liechtensteins großer Nachbar unterscheidet immer noch zwischen Steuerhinterziehung und Steuerbetrug. "Es ist schwierig, das Bankgeheimnis zu verteidigen, wenn man damit einem anderen Land schadet", sagt Sebastian Dovey von der Beratungsgesellschaft Scorpio Partnership.

Dagegen zitiert die Neue Zürcher Zeitung am Sonntag den Sprecher der Schweizerischen Bankiervereinigung mit der Einschätzung, dass es sich um einen autonomen Entscheid Liechtensteins ohne "Signalwirkung" handele. Schweizer Banken verwalten 4,5 Billionen Franken (rund 2,9 Billionen Euro). In Liechtenstein liegen rund 200 Milliarden Franken.

Liechtensteins Prinz Nikolaus, ein Bruder von Fürst Hans-Adam und EU-Botschafter des Landes, hatte vergangene Woche zu Reuters gesagt, Liechtenstein sei zu ähnlichen Zugeständnissen bei der EU bereit wie bei den USA. rtr

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