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Mercedes-Fertigung in Sindelfingen: die Automobilindustrie ist weiterhin eine der Stärken des Landes.
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Mercedes-Fertigung in Sindelfingen: die Automobilindustrie ist weiterhin eine der Stärken des Landes.

Studie von Ernst & Young

Liebling der Investoren

Deutschland ist der beliebteste Investitionsstandort in Europa. Relativ schlecht bewerten ausländische Manager den Standort aber mit Blick auf Arbeitskosten, angeblich mangelnde Flexibilität des Arbeitsrechts und Unternehmensbesteuerung.

Deutschland ist der beliebteste Investitionsstandort in Europa. Relativ schlecht bewerten ausländische Manager den Standort aber mit Blick auf Arbeitskosten, angeblich mangelnde Flexibilität des Arbeitsrechts und Unternehmensbesteuerung.

Zwölf Prozent der befragten Spitzenmanager bezeichneten die Bundesrepublik als einen der drei wichtigsten Standorte für Investitionen, teilte die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young am Dienstag zu ihrer Umfrage unter mehr als 800 internationalen Firmen mit. Nur für China, die USA, Indien und Brasilien seien die Werte noch besser. Vor allem die gute Infrastruktur sowie die stabilen politischen Verhältnisse machten Deutschland attraktiv, aber auch die Lebensqualität, das soziale Klima und die Qualifikation der Arbeitnehmer. Die Zahl der Investitionsprojekte in Deutschland stieg demnach 2010 auf Jahressicht um 34 Prozent auf 560. Dabei wurden 12.000 neue Jobs geschaffen - 144 Prozent mehr als 2009.

Es zahle sich aus, dass die Bundesrepublik frühzeitig Reformen eingeleitet habe, um die Wirtschaft wettbewerbsfähig zu halten, sagte Ernst & Young-Experte Peter Englisch. Andere europäische Länder drohten dagegen, in die zweite Liga abzusteigen.

43 Prozent der befragten Firmen planten, in Deutschland zu investieren - 2010 waren es noch 40 Prozent. Zugleich dürfte die Bundesrepublik weiter an Boden gewinnen: Fast jeder zweite Manager geht davon aus, dass die Attraktivität des Standorts binnen der kommenden drei Jahre steigt, nur fünf Prozent erwarten einen Rückgang. Besonders vielversprechende Branchen seien die Automobilindustrie, die Pharma- und Biotechnologiehersteller sowie die IT-Branche. Schlechter sehe es dagegen für Banken sowie den Immobiliensektor aus.

Städteranking: Frankfurt auf Platz vier

Was die bevorzugten Städte in Europa betrifft, punkten London und Paris jedoch. Die beiden Metropolen sind in den Augen ausländischer Manager die attraktivsten Investitionsstandorte noch vor Berlin. Frankfurt am Main folgt auf Platz vier, München landet auf Platz acht. Deutschland ist damit als einziges europäisches Land mit drei Städten in den Top Ten vertreten. Hamburg, Düsseldorf und Stuttgart belegen im Ranking die Plätze 12, 19 und 23.

Als vielversprechendste Branchen bezeichnen sie in erster Linie die Automobilindustrie, die Pharma- und Biotechnologie sowie die IT-Branche. Relativ schlecht bewerten die ausländischen Manager den Standort mit Blick auf die Arbeitskosten, die (mangelnde Flexibilität) des Arbeitsrechts und die Unternehmensbesteuerung.

„Besonders schädlich ist, dass es in Deutschland keinerlei steuerliche Erleichterungen für Investitionen in Forschung und Entwicklung gibt“, sagte Englisch. Das sei in fast allen wichtigen europäischen Ländern anders. „Unser Erfolgsmodell basiert auf vorhandenen Stärken. Ein Land der Entrepreneure sind wir nicht“, erklärte der Ernst-&-Young-Partner. Sollte die Regierung nicht gegensteuern, drohe Deutschland der Ausverkauf des Know-How.

Die Schuldenkrise in den Ländern am Rande der Euro-Zone schmälere die Beliebtheit des Standorts Deutschland nicht, schrieben die Experten. Grund sei das gut laufende Auslandsgeschäft vor allem mit Kunden in den Schwellenländern wie China oder Indien. „Die negativen Effekte der Schuldenkrise werden durch die anhaltend starke Auslandsnachfrage mehr als kompensiert“, sagte Englisch. Die deutsche Wirtschaft steht nach Einschätzung von Experten auch in diesem Jahr vor einem kräftigen Wachstum. Die Volkswirte des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) rechnen sogar mit einem Plus von 3,6 Prozent, wie es schon 2010 erreicht wurde. (rtr/dapd)

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