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Die digitale Lidl-Kundenkarte verknüpft den individuellen Einkauf mit Rabatten und Werbung.

Lidl-Kundenkarte

Discounter Lidl: Rabatte gibt's gegen Kundendaten

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Der Discounter Lidl wertet die Vorlieben seiner Kunden für sein Treueprogramm aus.

Bisher sind die Preise in hiesigen Geschäften für alle Kunden gleich. Einzelhandelskonzerne schaffen nun aber die Voraussetzungen für individualisierte Rabatte. Seit Donnerstag bietet die Discountkette Lidl ihre neue App Lidl Plus an, die individualisierte Angebote grundsätzlich ermöglicht. Der Umfang der Datenverwendung sei dabei im Vergleich zu anderen großen Einzelhändlern neu, sagt Stefan Brink, der Datenschutzbeauftragte des Landes Baden-Württemberg.

Brink ist zuständig, weil die Zentrale von Lidl in Neckarsulm nördlich von Stuttgart steht. Als weiteren Schritt zum „gläsernen Kunden“ beschreibt er die Kombination aus Informationsmenge, exakter Lokalisierung der Konsumenten im Geschäft, persönlichen Angeboten und möglicherweise individualisierten Preisen. Ein solches Smartphone-Programm verwende Lidl als „erster der großen stationären Anbieter“.

Testweise wird die Smartphone-App zunächst für die 250 Lidl-Filialen in Berlin und Brandenburg freigeschaltet. Im Jahr 2020 soll sie dann bundesweit verfügbar sein. Die Scanner in den Filialen gibt es schon. Außerhalb der Bundesrepublik hat der Discounter bereits Erfahrung mit dem Programm in Dänemark, Österreich, Polen und Teilen Spaniens gesammelt.

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Andere Einzelhandelsunternehmen wie Edeka, Rewe oder Ikea bieten vergleichbare Kundenkarten oder Smartphone-Anwendungen an, die nach Brinks Einschätzung aber noch nicht so weit entwickelt sind. Online-Verkäufern wie Amazon fällt die Datensammlung und ihre Verwendung leichter als den stationären Händlern. Beim Erwerb im Internet schwanken die Preise mitunter in Abhängigkeit von der Tageszeit oder der Nachfrage.

Datenschützer alarmiert

Die neue digitale Lidl-Kundenkarte verknüpft den individuellen Einkauf mit Rabatten und Werbung. „Jede Woche gibt es für die Lidl-Plus-Nutzer neue digitale Rabattcoupons für ausgesuchte Produkte direkt auf das Smartphone“, erklärt das Unternehmen. „Der Rabatt wird beim Scan der digitalen Kundenkarte an der Kasse automatisch abgezogen.“ Nicht nur bei Lidl werden Preisabzüge gewährt. Diese Vorteile gelten auch für die Leistungen einiger Partnerfirmen, wie etwa Flixbus. „Mit der neuen digitalen Kundenkarte bieten wir die Möglichkeit, bei jedem Einkauf bares Geld zu sparen“, so Dominik Eberhard, Geschäftsführer Digital Lidl Deutschland.

Kirsti Dautzenberg von der Verbraucherzentrale Brandenburg hält individualisierte Preise, die auf bestimmte Menschen und ihr Einkaufsverhalten abgestimmt sind, für „problematisch“. Bisher seien sie im Handel „noch nicht wirklich angekommen“. Studien zufolge würden Verbraucher sie als „ungerecht“ empfinden.

Datenschützer Brink sagt, man führe „regelmäßige Gespräche“ mit Lidl. Die neue App, vor allem die Einwilligungserklärung, werde man „sich genau anschauen“. Laut Datenschutzgrundverordnung dürfen Unternehmen die Informationen von Kunden nur verwenden und verarbeiten, wenn diese ausdrücklich zustimmen. Lidl sagt: „Wir klären unsere Kunden in den Teilnahmebedingungen und der Nutzungserklärung sehr genau und transparent darüber auf, welche Daten für die Nutzung der App erforderlich sind und was mit ihren Daten geschieht.“

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