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Containerhafen von Tianjin in China: 15 Prozent der chinesischen Importe kommen aus Europa.

Börsenwoche

Das Licht aus dem Osten

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Der China-Optimismus war so stark, dass auch ein eskalierender Nord-Korea-Konflikt oder die Nachricht, dass Zyperns Finanzloch wohl 23 statt 17 Milliarden Euro beträgt, nichts anhaben

Die Anleger schauen gen Osten, nach China. Der unerwartet starke Anstieg der Importe um 14 Prozent im Februar sorgte in der abgelaufenen Woche für steigende Kurse an der deutschen Börse. Kein Wunder: Der Aufschwung in der zweitgrößten Wirtschaft der Welt scheint intakt – und zunehmend von der Binnenwirtschaft getragen. Gute Nachrichten für Europas schwächelnde Wirtschaft, schließlich kommen etwa 15 Prozent der chinesischen Importe aus Europa.

Der China-Optimismus war so stark, dass auch ein eskalierender Nord-Korea-Konflikt oder die Nachricht, dass Zyperns Finanzloch wohl 23 statt 17 Milliarden Euro beträgt, nichts anhaben.

Auch in der neuen Woche steht China im Fokus: Am Montag kommt nicht nur das Wirtschaftswachstum im ersten Quartal, sondern auch die Daten zur Industrieproduktion und den Einzelhandelsumsätzen im März. Für das Bruttoinlandsprodukt erwarten Ökonomen bei europäischen Banken wieder ein Wert über der Acht-Prozent-Marke.

ZEW-Index wird veröffentlicht

Gespannt darf man auf die Einzelhandelsumsätze sein, ist es doch das erklärte Ziel der chinesischen Regierung, den privaten Konsum zum Konjunkturmotor zu machen. Im Januar/Februar hatten die Geschäfte drei Prozent weniger umgesetzt.

Am Dienstag wird der ZEW-Index für Deutschland veröffentlicht, der über die Konjunkturerwartungen von Finanzinvestoren und Analysten informiert. Er wird wohl niedriger ausfallen. Kein Wunder, angesichts der politischen Lähmung in Italien, der verkorksten Zypern-Rettung und des Verfassungsgerichtsurteils in Portugal, das ein Drittel der geplanten Sparmaßnahmen der Regierung als verfassungswidrig einstufte. Nun muss Lissabon neue Spar-Quellen finden.

Wie es um die US-Wirtschaft bestellt ist, sollte neben den Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe am Donnerstag auch der Konjunkturindex der Notenbank von Philadelphia zeigen. Ansonsten setzt sich die mit Alcoa eher enttäuschend begonnene Berichtssaison für das erste Quartal in den USA fort. Am Freitag ist auch ein deutscher Wert an der Reihe: der Softwarekonzern SAP.

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