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Förderbank im Logistik-Zentrum von Amazon in Bad Hersfeld.
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Förderbank im Logistik-Zentrum von Amazon in Bad Hersfeld.

Amazon Streik

Letzte Frist für Amazon

  • Frank-Thomas Wenzel
    VonFrank-Thomas Wenzel
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Fast alle Mitarbeiter am größten deutschen Amazon-Standort in Bad Hersfeld stimmen für einen Streik. Die Gewerkschaft Verdi gibt der Geschäftsführung eine letzte Chance für Gespräche über einen Tarifvertrag.

"Ab sofort ist mit einem Streik bei Amazon zu rechnen“, sagte Bernhard Schiederig von der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi dieser Zeitung. Bei einer Urabstimmung am Standort Bad Hersfeld, dem größten in Deutschland, hätten sich 97,6 Prozent der Gewerkschaftsmitglieder für einen Arbeitskampf bei dem Online-Händler ausgesprochen. Bei Amazon in Leipzig hatte sich zuvor schon eine große Mehrheit für einen Ausstand ausgesprochen.

Schiederig hob zugleich hervor, dass der Geschäftsführung eine letzte Chance gegeben werde, Gespräche über einen Tarifvertrag zu beginnen. An diesem Montag gebe es dafür eine günstige Gelegenheit. SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück will Amazon in Bad Hersfeld besuchen, auch der Deutschlandchef des Online-Versenders, Ralf Kleber, soll dann vor Ort sein.

Leiharbeiter als Streikbrecher

Das Management verweigert bislang die Verhandlungen. Die Beschäftigten arbeiten unter Konditionen, die sich an die Tarife des Logistikgewerbes anlehnen. Verdi will erreichen, dass die Beschäftigten nach dem Tarif des Einzel- und Versandhandels bezahlt werden. Am 7. Mai beginnen die Tarifverhandlungen für diese Branche.

Schiederig rechnete vor, dass einem Kommissionierer – das sind die Beschäftigten, die die Lieferungen zusammenstellen – wegen des nicht geltenden Tarifvertrags bei Amazon im Jahr etwa 9.000 Euro brutto entgehen. In Bad Hersfeld arbeiten 3.300 Leute bei Amazon, in Leipzig sind es 1.500. Ein genaues Datum für einen Streik will Verdi nicht nennen. Das soll kurzfristig entschieden werden. Gewerkschaftssekretärin Mechthild Middeke betonte aber: „Es gibt eine große Erwartungshaltung, dass es jetzt endlich losgehen muss bei Amazon.“

Ein Ausstand würde vor allem die Premiumkunden treffen, die innerhalb von 24 Stunden beliefert werden. Amazon hatte bereits angekündigt, bei einem Ausstand verstärkt Leiharbeiter einzusetzen. Schiederig, der die Verhandlungen für Verdi führt, wehrte sich gegen dieses Vorhaben: „Wir machen auch die Arbeitsagentur darauf aufmerksam, dass Leiharbeiter nicht als Streikbrecher eingesetzt werden dürfen.“

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