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Lenovo setzt auf "mobile Endgeräte".
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Lenovo setzt auf "mobile Endgeräte".

Lenovo kauft Motorola

Lenovo wird bei Google fündig

  • Frank-Thomas Wenzel
    VonFrank-Thomas Wenzel
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Lenovo will im Geschäft mit Smartphone weiter wachsen. Der Kauf von Motorola soll die Tür zum US-Markt aufstoßen.

Als „Juwel“ hat Yang Yuanqing  Motorola Mobility bezeichnet. Muss er auch. Schließlich will der Chef des chinesischen Computerkonzerns Lenovo den Handyhersteller für 2,9 Milliarden Dollar kaufen. Bislang gehörte Motorola zu Google. Yang will durch den Deal in Amerika reüssieren und technologisches Know-how kaufen, das die Zukunft seines Unternehmens sichern soll.

Lenovo ist der Shootingstar der IT-Branche. Die Manager des 1984 gegründeten Konzerns haben weltweit viel Anerkennung dafür eingeheimst, dass sie es verstehen, Firmen zu kaufen und in ihre Gruppe zu integrieren. So haben sie es unter anderem mit der PC-Sparte von IBM oder mit dem Aldi-Elektronik-Lieferanten Medion gemacht – inzwischen sind die Chinesen der weltweit größte PC-Hersteller. Vorige Woche wurde noch die Übernahme eines Teils der Serversparte ebenfalls von IBM angekündigt.

Jetzt also Motorola. Google hatte den Mobilfunk-Pionier erst vor gut zwei Jahren für 12,5 Milliarden Dollar erworben, war aber nie damit glücklich geworden. Die Tochter hat Google seither Verluste von 1,5 Milliarden Dollar eingebrockt.

Larry Page, Google-Chef und Google-Mitgründer, und seinen Kollegen fehle es schlicht an Kenntnissen im Hardware-Geschäft, sagen Branchenkenner. „Allerdings hat nach unserer Einschätzung die Fertigung von Geräten bei der Übernahme auch nie im Vordergrund gestanden“, sagt Annette Zimmermann  vom  Marktforschungs- und Beratungsunternehmen Gartner dieser Zeitung. Vielmehr sei es Google darum gegangen, Motorolas wertvolles Portfolio an Mobilfunk-Patenten zu kaufen. Es geht um rund 17000 Schutzrechte. Die allermeisten behält Google, nur 2000 gehen an Lenovo über. 

Das erklärt auch, warum der Aktienkurs von Lenovo am Donnerstag in den Keller rauschte, der Papier verlor zeitweise mehr als fünf Prozent. Börsianer argumentierten, Lenovo habe im Grunde nicht mehr als ein sterbendes Unternehmen gekauft –  Motorola  verliert global zunehmend Marktanteile.

Yang sieht das natürlich komplett anders. Er sprach am Donnerstag viel vom „Wert der Marke“ und von „talentierten Mitarbeitern“ bei Motorola. Alles deutet auf eine Fortschreibung der aggressiven Expansionsstrategie der Chinesen hin. Der weltweite Absatz der Smartphone-Sparte lang im dritten Quartal 2013 mit knapp 13 Millionen Geräten fast doppelt so hoch wie ein Jahr zuvor. In Europa und vor allem in Schwellenländern gab es enorme Zuwächse. Wobei Insider davon ausgehen, dass die Chinesen in vielen ärmeren Ländern Geräte an Telefongesellschaften mehr oder weniger verschenkt haben, um dort schnell Fuß zu fassen.

In Nord- und Südamerika spielten die Lenovo-Smartphones bislang aber kaum eine Rolle. Das soll nun anders werden. Denn insbesondere im enorm wichtigen US-Markt hat Motorola als Nummer drei noch immer einen guten Namen. Die „talentierten  Mitarbeiter“ kann Lenovo auch sehr gut gebrauchen. „PC verlieren an Bedeutung, alles entwickelt sich in Richtung mobile Geräte“, sagt Zimmermann. Gartner prognostiziert, dass in den nächsten Jahren die Verkäufe bei den Personal Computern deutlich zurückgehen. Dafür erwarten Marktforscher massive Zuwächse bei Smartphones und Tablets –   beide Gerätetypen arbeiten mit nahezu identischen Technologien. Und genau in diesem Feld haben die talentierten Motorola-Leute viel Erfahrung. In den nächsten Jahren wird es darum gehen, Hardware besser mit Software verknüpfen und die Mini-Computer noch intelligenter zu machen – etwa mit Smartphones, die im Frühjahr automatisch mit der Autowerkstatt Termine zum Reifenwechsel vereinbaren.

Zimmermann rechnet jedenfalls damit, dass Lenovo seine Marktanteile weiter  steigern kann, sofern das Unternehmen es  schaffe, weiterhin hohe Qualität zu einem  günstigen Preis  zu bieten.

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