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 Die 14 Jahre alte Lilli hat auf einem Laptop die Lernplattform „mebis“ für bayerische Schulen geöffnet.
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- Digitalisierung der Schulen kommt nicht vom Fleck Die 14 Jahre alte Lilli hat auf einem Laptop die Lernplattform „mebis“ für bayerische Schulen geöffnet.

Weltgrößter Computer-Hersteller

Lenovo: Homeoffice sorgt für boomende Notebook-Nachfrage - Digitalisierung der Schulen kommt nicht vom Fleck

  • vonThomas Schmidtutz
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Die Bundesregierung hat mit großem Getöse ein Digitalisierungsprogramm für die Schulen aufgelegt. Doch es hakt an allen Ecken und Enden, berichtet Lenovo-Deutschlandchef Mirco Krebs.

München – Der weltgrößte Computer-Hersteller Lenovo erwartet wegen der Corona-Pandemie eine anhaltend hohe Nachfrage nach Notebooks. „Der Trend geht gerade von einem Notebook pro Haushalt hin zu einem Notebook je Haushaltsmitglied“, sagte Mirco Krebs, Chef der Region Deutschland, Österreich, Schweiz gegenüber Merkur.de*.

Zur Begründung für diese Trendwende verwies Krebs auf den steilen Anstieg bei der Zahl der Mitarbeiter, die inzwischen von zu Hause arbeiteten sowie Home-Schooling. Auch bestehende Büroarbeitsplätze würden immer häufiger mit Notebooks statt PCs ausgerüstet, um die Flexibilität zu erhöhen, sagte Krebs.

Mit Ausbruch der Corona-Pandemie im Frühjahr hatten zahllose Unternehmen ihre Mitarbeiter ins Homeoffice geschickt. Dies hatte den Herstellern von Notebooks, Bildschirmen oder Headsets einen ungeahnten Nachfrage-Boom beschert. Alleine von April bis Juni schnellte der Absatz von Notebooks in Europa, dem arabischen Raum und Afrika (EMEA) rund 49 Prozent nach oben, berichtete das Marktforschungsunternehmen IDC.

Lenovo sieht beim Homeoffice Zeitenwende

In Märkten wie Deutschland sei die Nachfrage nach Notebooks höher gewesen als das Angebot, sagte Krebs. Lenovo gilt mit seiner Thinkpad-Baureihe als Marktführer im Bereich Business-Notebooks. Dies hatte bei bestimmten Geräten zu mehrwöchigen Lieferzeiten geführt. Auch mittelfristig rechnet Lenovo mit guten Geschäften. „Wir glauben nicht, dass die Nachfrage auf absehbare Zeit einbricht“. So hat etwa der Walldorfer Software-Riese SAP die bestehende Homeoffice-Reglung gerade erst bis Sommer nächsten Jahres verlängert.

Auch nach dem Willen der Bundesregierung sollen die Möglichkeiten für Heimarbeit ausgeweitet werden. Erst am Wochenende waren Pläne von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) bekannt geworden, wonach es künftig einen Rechtsanspruch auf Homeoffice geben soll. Danach sollen Beschäftigte demnächst mindestens 24 Tage im Jahr von zu Hause arbeiten dürfen, sofern dem keine „organisatorischen oder betrieblichen Gründe“ entgegenstehen.

Digitalisierung der Schulen kommt kaum vom Fleck

Unterdessen verläuft die geplante Digitalisierung der Schulen in Deutschland „mehr als schleppend“, sagte Krebs. Bislang ist kaum ein Prozent der Mittel abgerufen worden, ergab eine Anfrage der FDP-Bundestagsabgeordneten Katja Suding. Insgesamt hat die Bundesregierung im Rahmen des Digitalpakt Schule bis 2023 fünf Milliarden Euro bereitgestellt, um die Schulen fit fürs 21. Jahrhundert zu machen. Neben Breitband-Anschlüssen und WLAN sollen Schulen auch ausreichend Notebooks und Tablets für den Unterricht erhalten.

Doch es hakt an allen Ecken und Enden. Viele Lehrer und Entscheidungsträger wüssten nicht, „wie sie welche Produkte am besten beziehen könnten“, sagte Krebs.  Auch zentrale Fragen wie Installation der Geräte oder Administration seien vielfach ungeklärt.

Ähnlich desaströs wie an den Schulen ist auch die Computer-Ausstattung in Krankenhäusern, Rathäusern und anderen Behörden. Einer YouGov-Umfrage im Auftrag von Lenovo zufolge finden zwei Drittel der Beamten und Angestellten bei öffentlichen Arbeitgebern, sie seien schlecht auf die Arbeit im Homeoffice vorbereitet. In privaten Unternehmen lag der entsprechende Anteil dagegen bei rund 30 Prozent.

Um den Digitalpakt Schule auf Touren zu kriegen und das eigene Geschäft weiter anzukurbeln, hat Lenovo vor wenigen Wochen ein eigenes Call-Center eröffnet. Es soll Schulen bei der Planung und Einrichtung einer möglichst leicht zu verwaltenden IT-Infrastruktur helfen.

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