Leifheit-Chef:

„Wäschespinnen laufen gerade wie Hölle“

Vielen Unternehmen bricht in Zeiten der Corona-Krise der Umsatz weg. Ein Gegenbeispiel ist Leifheit, denn Reinigungsgeräte und Wäschespinnen sind gefragt. Mit einigen Problemen hat aber auch der Haushaltswarenhersteller aus Rheinland-Pfalz zu kämpfen.

Der Haushaltswarenhersteller Leifheit spürt in der Corona-Krise einen regelrechten Nachfrageschub bei einigen Produkten. Sehr gut liefen Reinigungsgeräte oder auch Wäschespinnen, sagte der Vorstandsvorsitzende Henner Rinsche in Nassau der Deutschen Presse-Agentur. Viele Menschen seien wegen der Pandemie im Homeoffice oder hielten sich zumindest viel mehr als sonst zuhause auf. „Da soll das Zuhause für viele besonders sauber und hygienisch sein, auch zum Schutz der Familie“, sagte Rinsche. 

Einen regelrechten „Nachfragesprung“ gebe es bei Bodenwischern von Leifheit, schon im Januar und Februar sei der Absatz in Deutschland im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um über 150 Prozent nach oben gegangen. Sets solcher Wischer im Wert von fast 300 000 Euro spendet Leifheit momentan an 1000 Altenheime. Gut läuft Rinsche zufolge auch das Geschäft des erst kürzlich auf den Markt gebrachten Saugwischers, der den Boden wischt und saugt. Die Weltgesundheitsorganisation habe empfohlen, Wäsche in direktem Sonnenlicht zu trocknen. Das treibe den Absatz von Wäschespinnen an. „Wäschespinnen laufen gerade wie Hölle.“

Sehr gefragt seien zudem Luftreiniger der Unternehmensmarke Soehnle. 2019 sei mit einem sinkenden Gewinn und einer „flachen Umsatzentwicklung“ ein schlechtes Jahr für Leifheit gewesen, sagte Rinsche. Nun sei der Start ins erste Quartal 2020 sehr gut verlaufen, auch dank der forcierten Fernsehwerbung. Nach einem Konzernumsatz von 234,0 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2019 hatte Leifheit vor der Corona-Krise ein Erlösplus von acht Prozent für 2020 angepeilt. Daran werde auch noch nicht gerüttelt, sagte Rinsche. Zunächst müsse die weitere Entwicklung abgewartet werden. Denn auch bei Leifheit ist in der Pandemie nicht alles rosarot. Einige Absatzkanäle seien in der Krise geschlossen gewesen, erklärte Rinsche. In manchen Ländern seien Baumärkte wochenlang dicht gewesen. Auch beim Onlinehändler Amazon würden Lager in der Krise anders als sonst gefüllt. Teils bleibe kein Platz etwa für sperrige Wäschespinnen, sagte der Leifheit-Chef. Zugute komme seinem Unternehmen der im Januar dieses Jahres gestartete eigene Online-Shop unter leifheit.de. Unter dem Strich überwiege gesteigerte Nachfrage die Probleme bei Vertriebskanälen. (dpa)

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