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Lego nimmt Jabba's Palace vom Markt

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Von: Daniel Baumann

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Lego gerät mit einem seiner Star Wars-Bausätze zwischen die Fronten von Muslimen und ihren Gegnern. Der Spielzeughersteller den umstrittenen Bausatz "Jabbas Palast" vom Markt, doch Ruhe kehrt damit noch nicht ein.

Friedfertig geht es in Jabba’s Palace nicht zu. Prinzessin Leia soll in dem Spiel, das Lego vor einiger Zeit innerhalb seiner Star-Wars-Serie auf den Markt gebracht hat, den in Karbonit eingefrorenen Han Solo aus dem Wüstenpalast des Verbrecherbosses Jabba befreien. Dabei muss sie sich an Wehranlagen und dem Überwachungssystem der Zitadelle vorbeischleichen. Der Bausatz enthält auch zahlreiche Waffen.

Muslime werfen Lego Volksverhetzung vor

Doch um Raketen, Blasterpistolen, Elektrolanzen und Thermaldetonatoren, dem Arsenal für den Krieg im Kinderzimmer, geht es in dem aktuellen Streit mit Lego nur in zweiter Linie. In erster Linie geht es um die Architektur des Palastes und die Gestaltung des Palastherren Jabba. Die Türkische Kulturgemeinde in Österreich hält den Star-Wars-Bausatz für Volksverhetzung. Dafür hat sie Lego scharf kritisiert und den Hersteller aufgefordert, den Bausatz vom Markt zu nehmen. Nun hat der dänische Hersteller angekündigt, das Spiel ab 2014 nicht mehr zu verkaufen. Angeblich, weil der Produktzyklus dann ausläuft. Das empört wiederum die Muslimfeinde des Internetblogs Politically Incorrect: „Lego stoppt Palace auf Moslem-Befehl“, heißt es auf der Webseite.

Die Türkische Kulturgemeinde bezeichnet Jabba’s Palace als kulturrassistisches Spielzeug. Al Jabbar bedeute im Koran „der Allmächtige“ und sei einer der 99 Namen Allahs. Alleine das hätte – so die Kulturgemeinde – Lego doch schon verdächtig vorkommen müssen. Ebenso verdächtig wie die Tatsache, dass Jabba, der Oberverbrecher, in einem Palast wohnt, der einem orientalischen Harem ähnele, eine orientalische Wasserpfeife rauche und sich mittels einer schwebenden Plattform fortbewege wie auf einem orientalischen Teppich.

Was seit dem dritten Teil der Star-Wars-Triologie von 1983 nie Kontroversen ausgelöst hat, fällt Lego nun ganz unerwartet auf die Füße. „Lego und die gesamte Welt weiß, dass hier bei Jabbas Palast alle bekannten Vorurteile und Klischees in Lego-Plastikspiele eingegossen wurden“, so die Kulturgemeinde. Sie sieht darin „eine der hinterhältigsten bedenklichsten Volksverhetzungen“.

Rechte kritisieren "Einknicken" von Lego

Lego verwahrte sich gegen die Vorwürfe und zeigte sich zunächst auch nicht bereit, das Spiel vom Markt zu nehmen. Dass er es jetzt doch tut, damit kann es der Spielehersteller aber auch nicht allen Recht machen. Auf Politically Incorrect wird der Rückzug von Lego als Einknicken vor den Muslimen bewertet. „Offensichtlich ist man nicht einmal mehr im Universum von Star Wars vor empörten Muslimen sicher“, heißt es in einem Artikel auf der Webseite. George Lucas’ Krieg der Sterne ist nicht nur als Spielzeug in die Kinderzimmer gekommen, er hat nun auch noch ganz irdische Konflikte ausgelöst.

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