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Die EU-Kommission will die Angaben zur Haltbarkeit von Lebensmitteln überarbeiten und verständlicher machen. Das würde auch das MHD betreffen.
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Die EU-Kommission will die Angaben zur Haltbarkeit von Lebensmitteln überarbeiten und verständlicher machen. Das würde auch das MHD betreffen.

EU-Kommission

Lebensmittel bald ganz ohne MHD? Das sind die Alternativen

  • VonNadja Austel
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Um der enormen Lebensmittelverschwendung entgegenzuwirken, gibt es in der EU-Kommission Vorschläge zur Reformierung der Lebensmittelkennzeichnung wie dem MHD.

Brüssel - Lebensmittelverschwendung, ein Problem, dass schon 2015 in der WWF-Studie „Das große Wegschmeißen“ thematisiert wurde. Weltweit werden 30 bis 40 Prozent aller Lebensmittel, weggeworfen. Dabei sind fast 700 Millionen Menschen auf der Erde nicht ausreichend mit Nahrung versorgt.

Damit einher geht eine Verschwendung der Ressourcen des Planeten: Jährlich werden 2,6 Millionen Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche quasi umsonst bewirtschaftet. Das entspricht zusammen der Fläche von Mecklenburg-Vorpommern und dem Saarland. Hinzukommen unnötig freigesetzte Treibhausgasemissionen in Höhe von 48 Millionen Tonnen.

Ein großer Teil dieser Verschwendung könnte dabei schon heute vermieden werden. Ein möglicher Ansatz dazu wird derzeit von der EU-Kommission erarbeitet: Der Vorschlag beinhaltet eine Überarbeitung der Vorschriften über die Lebensmittelkennzeichnung - konkret stehen Verbrauchsdatum und Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) zur Diskussion.

EU-Lebensmittel: Welche Kennzeichnungen gibt es aktuell?

Schon jetzt müssen nicht alle Lebensmittel eines dieser Daten tragen. Besonders lang haltbare Produkte wie Salz oder Wein dürfen bereits ohne Datumsangabe verkauft werden.

Das in Deutschland gut bekannte MHD ist eine Garantie des Herstellers, dass die Ware bei richtiger Aufbewahrung ihre Eigenschaften beibehält. In vielen Fällen ist es allerdings völlig unproblematisch, Lebensmittel nach Ablauf dieses Datums noch zu essen. Sie dürfen dann sogar noch verkauft werden und landen häufig zu reduzierten Preisen im Regal. Entscheidend für den Verkauf und Verzehr ist dann vor allem, ob das Produkt noch frisch aussieht und riecht. Ein Beispiel für dieses Konzept ist der „Rettomat“ am Frankfurter Hauptbahnhof.

Leicht verderbliche Waren wie Fisch, Fleisch oder geschnittene Salate tragen hingegen ein sogenanntes Verbrauchsdatum. Dieses Datum muss unbedingt ernst genommen werden, da der Verzehr nach dem Datum krank machen kann.

Das Verbrauchsdatum wird innerhalb Deutschlands jedoch offensichtlich nicht genügend verstanden. Eine Eurobarometer-Untersuchung von 2015 zeigt: Die Bedeutung des Verbrauchsdatums verstehen 71 Prozent der Griechen, aber nur 13 Prozent der Deutschen.

EU-Lebensmittel-Kennzeichnung: Was könnte kommen?

Eine neue Regelung und Verdeutlichung der Bedeutung erscheint daher sinnvoll. Folgende Vorschläge dazu stellt die EU-Kommission vor:

  • Das Mindesthaltbarkeitsdatum wird auf lange haltbaren Produkten abgeschafft, also Nudeln, Reis, Kaffee und Tee.
  • Das Mindesthaltbarkeitsdatum wird auch für alle anderen Lebensmittel abgeschafft. Übrig bliebe dann nur das Verbrauchsdatum. Offen bleibt bei dem Vorschlag, ob dieses Datum dann auf mehr Produkten als bislang aufgedruckt würde.
  • Die Daten werden auf besser verständliche Weise präsentiert. An die Stelle von „Mindestens haltbar bis“ und „Zu verbrauchen bis“ könnten andere Begriffe treten oder die bereits vorhandenen mit Symbolen oder weiteren Angaben ergänzt werden.

Wie das Handelsblatt berichtet, kommt vom Centrum für europäische Politik (CEP) in Freiburg ein weiterer Vorschlag: Das Institut schlage in einer Studie vor, auf möglichst vielen Produkten beide Daten anzugeben. „Dies würde Verbraucher über beide Aspekte – Lebensmittelqualität und Lebensmittelsicherheit – informieren und, mindestens ebenso wichtig, die Verwirrung der Verbraucher über die Bedeutung der beiden Datumsangaben erheblich verringern“, heißt es darin. „So kann am besten vermieden werden, dass es zu Missverständnissen kommt und Lebensmittel zu früh weggeworfen werden“, so Studienautor Patrick Stockebrandt laut Handelsblatt. (Nadja Austel)

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