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Eine Frau kauft Obst und Gemüse im Supermarkt ein.
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Gesunde Lebensmittel werden teurer. Die Inflation betrifft besonders Hartz 4-Empfänger und Geringverdiener. (Archivbild)

Inflation

Mit Hartz-4 fast unbezahlbar: Gesunde Ernährung wird zum „Luxusgut“

  • Vincent Büssow
    VonVincent Büssow
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Die Preise für gesunde Lebensmittel sind deutlich gestiegen. Diese Inflation macht Obst und Gemüse für Hartz 4-Empfänger und Geringverdienern zum „Luxusgut“.

Frankfurt – Gesunde Lebensmittel werden immer teurer. Aus Zahlen des Statistischen Bundesamtes geht hervor, dass die Preise von Obst und Gemüse im Vergleich zum Vorjahr deutlich gestiegen sind. Experten für Soziales und Gesundheit warnen deshalb jetzt vor den Auswirkungen auf Hartz 4-Empfänger und Geringverdiener.

Die Inflationsrate bezeichnet die veränderten Preise für Haushaltswaren in Deutschland. Für Lebensmittel im Allgemeinen betrug dieser Wert im August 2021 im Vergleich zu letztem Jahr 4,6 Prozent, wobei ein deutlicher Anstieg in den vergangenen Monaten zu erkennen ist. Besonders stark sind allerdings die Preise für Gemüse gestiegen, die im August dieses Jahres 9 Prozent über denen aus 2020 liegen. Auch bei Obst lässt sich eine Teuerung verzeichnen, die hier bei 2,5 Prozent liegt.

MonatInfaltionsrate Nahrungsmittel im Vergleich zum Vorjahr
August4,6%
Juli4,3%
Juni1,2%
Mai1,5%
April1,9%

Gesunde Ernährung mit Hartz 4: Regierung passt Regelsatz nicht an Inflation an

Die Vorsitzende des Sozialverbandes VdK Verena Bentele äußert sich zu dieser Entwicklung besorgt: „Obst und Gemüse werden für Geringverdiener und Menschen in Grundsicherung durch die Preissteigerungen endgültig zum Luxusgut, das sie sich nicht mehr leisten können“, sagte sie im Tagesspiegel. Bentele kritisiert, dass die Hartz 4-Regelsätze diese Entwicklung nicht widerspiegeln: „Dass der Regelsatz nun um lächerliche drei Euro erhöht wurde, bestätigt, wie konsequent die Regierung lebensnotwendige Bedürfnisse von Menschen in Grundsicherung ignoriert.“

Die Bundesregierung sieht die Angelegenheit weniger drastisch und nennt verschiedene temporäre Sonderfaktoren als Auslöser für die angestiegene Inflationsrate. So heißt es in einer Mitteilung des Bundeswirtschaftsministeriums, dass die gesenkte Mehrwertsteuer im vergangenen Jahr für den sprunghaften Anstieg im Juni verantwortlich ist. Tatsächlich sind die Anstiege wesentlich geringer, wenn man die Lebensmittelpreise mit denen des Vormonats vergleicht. So stiegen die Preise im Juli nur 0,4 Prozent, im August überhaupt nicht. Die Regierung erwartet dementsprechend, dass sich die Raten wieder senken werden.

Inflation der Lebensmittelpreise: Keine Mehrwertsteuer auf Obst und Gemüse?

Laut Bentele reiche der Hartz V-Satz allerdings schon zuvor nicht, „wie Studien nachgewiesen haben.“ Verschiedene Verbände fordern deshalb, gesunde Lebensmittel komplett von der Mehrwertsteuer zu befreien. Die Deutsche Allianz Nichtübertragbarer Krankheiten bringt dabei ein Ampel-System ins Spiel. Demnach soll Obst und Gemüse gar nicht besteuert werden, wobei für normale Lebensmittel wie Nudeln oder Fleisch mit 7 Prozent mehr gezahlt werden muss. Die Steuer auf ungesunde Produkte wie Fertiggerichte oder Süßigkeiten soll bei 19 oder sogar 29 Prozent liegen.

Die Inflation wäre auch eine Gefahr für die Börsen und die Konjunktur. Doch eine starke Teuerung wird es wohl nicht geben. (vbu)

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