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Die Deutschen wenden 14 Prozent ihres Einkommens für Lebensmittel auf.

Preisvergleich

Das Leben wird teuer

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Was kostet mehr? Wofür zahlen Haushalte am meisten? Und was steckt eigentlich hinter der Inflationsrate? Die Frankfurter Rundschau hat die Preisveränderungen von 120 Produkten des täglichen Bedarfs aufbereitet.

Die Preise steigen, doch davon lassen sich die Bundesbürger ihre Konsumlaune nicht verderben. Ihre Ausgaben stiegen im vergangenen Jahr so stark wie seit 1994 nicht mehr. Das hat mit den deutlich höheren Preisen zu tun, aber eben auch damit, dass mehr gekauft wurde. Dank der guten wirtschaftlichen Lage legten die Konsumausgaben um 3,6 Prozent zu; rechnet man die Preissteigerungen raus, verbleibt ein Plus von 1,9 Prozent. 

Am meisten Geld geben die Haushalte in Deutschland fürs Wohnen aus, dieser Posten macht rund ein Drittel des Monatsbudgets aus. Jeweils 14 Prozent entfallen auf Ernährung und Verkehr und zehn Prozent auf Freizeit, Unterhaltung und Kultur. Die restlichen 27 Prozent verteilen sich auf Bekleidung, Innenausstattung, Restaurants und Herbergen, Gesundheit, Kommunikation, Bildung sowie andere Waren und Dienstleistungen.

Doch wie immer sind das nur Durchschnittswerte, wie auch die allgemeine Inflationsrate nur ein Durchschnittswert ist. Demnach stiegen die Preise im vergangenen Jahr um 1,8 Prozent im Vergleich zu 2016. Die Teuerung erlebte somit nach jahrelangem Herumdümpeln ein Comeback. Von 2014 bis 2016 hatte die jährliche Inflationsrate jeweils unter einem Prozent und damit auf einem historisch niedrigen Niveau gelegen. 

Am stärksten verteuert haben sich Energie und Lebensmittel, insbesondere Milchprodukte: Butter wurde um 44 Prozent teurer, für kein anderes Produkt mussten Verbraucher so viel mehr bezahlen. Das zeigen Berechnungen der Frankfurter Rundschau auf der Basis von Daten des Statistischen Bundesamtes. Der Grund für die höheren Butterpreise: 2015 ließ die EU die Milchquote fallen. Darauf folgte ein Preissturz, viele Bauern gaben die Produktion auf. Das wiederum führte zu einer Verknappung des Angebots und steigenden Preisen. 

Am stärksten verbilligt hat sich ambulante Pflege für gesetzlich Versicherte. Dank des Pflegestärkungsgesetzes II ging die Inflationsrate da um die Hälfte zurück. Eine satte Reduktion, die aber keineswegs bedeutet, Pflegedienste würden plötzlich billiger arbeiten. Vielmehr werden die Kosten nun für einen deutlich größeren Personenkreis von der gesetzlichen Pflegeversicherung übernommen und das zeigt sich in der Teuerung.

Diese Erleichterung im Portemonnaie spüren aber nur Menschen, die einen ambulanten Pflegedienst benötigen, genauso wie die Preissteigerungen bei Butter nur Käufer von Butterbetrifft. Das zeigt, dass letztlich jeder Haushalt seine eigene Inflationsrate hat – und die Teuerung ganz unterschiedlich wahrnimmt. 

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