Verbraucherschützer

„Laufzeit verkürzen“

VZBV kritisiert angesichts Corona-Einbußen lange Kündigungsfristen von Abos.

Angesichts des seit Montag geltenden Teil-Lockdowns in der Corona-Krise hat Deutschlands oberster Verbraucherschützer Klaus Müller eine Entlastung der Menschen bei Abo-Verträgen gefordert. Viele Verbraucherinnen und Verbraucher seien in Kurzarbeit oder hätten ihre Arbeit oder Einkünfte verloren, sagte der Vorsitzende des Verbraucherzentrale Bundesverbands (VZBV) der Funke Mediengruppe. „In dieser Situation sind Verträge mit langen Laufzeiten und langen Kündigungsfristen eine besondere Belastung“, sagte Müller.

Hinzu komme, dass manche Angebote wie Fitnessstudios während des Lockdowns gar nicht genutzt werden könnten. „Wir brauchen deshalb dringend eine gesetzliche Regelung, die für solche Verträge, die auf Dauer abgeschlossen werden sollen, die Laufzeiten verkürzt und auch kurzfristige Kündigungen ermöglicht“, forderte Müller. Die Regierung müsse „das Gesetz für faire Verbraucherverträge jetzt schnell verabschieden“.

Ein solches Gesetz hatte Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) bereits im vergangenen Jahr angekündigt. Ihr im Frühjahr vorgelegter Entwurf sieht vor, dass sich die Höchstvertragslaufzeit von zwei Jahren auf zwölf Monate verkürzt und Verträge sich nicht mehr automatisch um ein Jahr verlängern dürfen, sondern nur noch um drei Monate. Allerdings sei das Bundeswirtschaftsministerium mit der Verkürzung der Höchstvertragslaufzeit nicht glücklich, berichteten die Funke-Zeitungen.

Als „Fehler“ bezeichnete Müller das im Mai beschlossene Gesetz, wonach Freizeit- und Kulturanbieter für Konzerte oder Sportveranstaltungen, die wegen der Pandemie abgesagt werden, Gutscheine ausgeben dürfen, statt Geld zu erstatten. afp

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare