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Der Alnatura-Chef Götz Rehn.
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Der Alnatura-Chef Götz Rehn.

Landwirtschaft

Langsamer Umbau

  • VonRolf Obertreis
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Alnatura-Chef Götz Rehn fordert von der nächsten Bundesregierung Tempo auf dem Weg zur Biolandwirtschaft.

Die Umstellung auf den Biolandbau kommt nach Ansicht von Götz Rehn, Gründer und Geschäftsführer von Alnatura, mit Blick auf den Klimaschutz immer noch viel zu langsam voran. Gleichwohl sei begrüßenswert, dass die neue Bundesregierung den Anteil der biologisch bewirtschafteten Landwirtschaftsfläche von derzeit zehn bis 2030 auf 30 Prozent ausbauen wolle. Das wäre auch ein großer Hebel gegen die Klimaerwärmung, sagte Rehn am Mittwoch bei der Jahrespressekonferenz von Deutschlands größter Bio-Handelskette.

Allerdings müssten jedes Jahr 400 000 Hektar umgestellt werden, um in rund acht Jahren die gewünschten fünf Millionen Hektar erreichen zu können. Bislang würden nicht einmal 90 000 Hektar pro Jahr umgestellt. „Es bedarf deshalb erheblich stärkerer Unterstützung für Landwirte, die auf Bio umstellen wollen. Schließlich dauert dies zwei bis drei Jahre bei hohen Kosten, aber noch keinen höheren Preisen“, fordert Rehn.

Alnatura arbeitet mittlerweile mit 100 Biohöfen zusammen, die 17 500 Hektar bewirtschaften. „Das spart jährlich 35 000 Tonnen CO2 ein, weil es im Boden gebunden wird“, sagt Rehn. Auch Alnatura stemmt sich nach eigenen Angaben gegen den Klimawandel. Etwa durch den Ausbau von Mehrweg- und Pfandsystemen, die Verkürzung von Transportwegen und mittlerweile auch durch das Angebot von mehr als 50 Lastenfahrrädern für Kundinnen und Kunden in mehr als 40 Märkten.

Dazu zählt auch die Kooperation mit Biobetrieben am Bodensee nach dem Motto „Bodensee statt Übersee“. Mittlerweile könne man neun Monate im Jahr Bio-Gemüse wie Tomaten, Gurken, Paprika und Süßkartoffeln auf diesem kurzen Weg beziehen, sagt Rehn. Neu im Angebot hat Alnatura auch ein Biobier aus Brotresten.

Das Unternehmen will weiter expandieren: Im Geschäftsjahr 2020/2021, das Ende September abgeschlossen wurde, wurden fünf neue Märkte eröffnet. Im November sind drei weitere dazugekommen, und im nächsten Jahr sind zwölf neue Märkte geplant. Die Zahl der Beschäftigten ist bis Ende September um rund 230 auf 3740 gestiegen. Im laufenden Geschäftsjahr sollen es mehr als 4000 werden. „Aktuell haben wir 200 offene Stellen“, sagt Rehn.

Der Umsatz legte im Geschäftsjahr 2020/2021 um sieben Prozent auf 1,15 Milliarden Euro zu. Zum Gewinn sagt Rehn nichts. Für das laufende Geschäftsjahr peilt Rehn auch vor dem Hintergrund der Pandemie ein Umsatzplus im niedrigen einstelligen Prozentbereich an. „Damit wären wir zufrieden.“ Generell sei man mit den Folgen der Pandemie bislang gut zurechtgekommen. Das gelte auch für die Lieferketten. Da habe es kaum Probleme gegeben.

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