Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Die Karriere der Zukunft sollten wir eher als einen Baum betrachten.
+
Die Karriere der Zukunft sollten wir eher als einen Baum betrachten.

Karriere

Langsam runter vom Baum

  • VonDennis Fischer
    schließen

Wir können es uns als Gesellschaft nicht mehr leisten, dass Menschen ein Drittel oder mehr ihres Lebens im Ruhestand verbringen. Die Kolumne „Gastwirtschaft“.

In den vergangenen Jahrzehnten ging es vielen Personen darum, in einem Unternehmen zu arbeiten, in dem sie Stück für Stück die berühmte Karriereleiter emporklettern konnten. Die Karriere der Zukunft sollten wir allerdings eher als einen Baum betrachten. Auch dort können wir hochklettern, aber nicht linear und auch nicht Stufe für Stufe.

Wir bleiben auf einem Ast sitzen und ruhen uns aus. Wir gehen auch mal eine Zeit lang seitwärts, um zu schauen, welchen Ast wir als nächstes erklimmen sollten. Wir bilden uns weiter und lernen neue Skills, um besonders schwierige Stellen im Baum zu meistern. Wenn wir schließlich oben angekommen sind und zurückschauen, wird uns klar, dass wir nicht den gleichen Fehler wie die Generationen vor uns machen dürfen.

Wenn die Babyboomer am Ende ihrer persönlichen Leiter angekommen waren, haben sie kurz tief Luft geholt und sind dann zurück auf den Boden gesprungen. Das nannten sie dann den Sprung in die „Rente“.

In Zukunft können wir es uns als Gesellschaft aber nicht mehr leisten, dass Menschen ein Drittel oder mehr ihres Lebens im Ruhestand verbringen und durch die jüngeren Generationen finanziert werden.

Nicht nur finanziell können wir es uns nicht leisten, sondern auch gesellschaftlich. Wir sollten gemeinsam überlegen, wie es uns also gelingt, dass die Rentner langsam wieder den Baum herunterklettern. Wie können sie ihr Wissen, ihre Erfahrungen, ihr Netzwerk und ihre Energie sinnvoll in die Gemeinschaft einbringen?

Arbeit ist schließlich nicht nur ein Mittel, um Geld zu verdienen, sondern ein elementarer Teil des menschlichen Lebens. Sie gibt uns Sinn und Bedeutung. Sie lässt uns Zugehörigkeit fühlen und motiviert uns, morgens aufzustehen.

Wir brauchen nicht nur einen neuen Generationenvertrag, sondern einen neuen Gesellschaftsvertrag. Der Meinung bin nicht nur ich, sondern auch Minouche Shafik, deren Buch „What we owe each other“ mich sehr inspiriert hat.

1962 in Ägypten geboren, arbeitete Minouche Shafik später für die Weltbank, war von 2011 bis 2014 stellvertretende Geschäftsführende Direktorin des Internationalen Währungsfonds und ist seit 2017 Direktorin der renommierten London School of Economics. Ihr Buch ist demnächst auf Deutsch erhältlich.

Der Autor ist Keynote-Speaker und schreibt Bücher zu „Future Work Skills“.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare