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Vergangene Woche haben Klimaaktivist:innen ihren Protest gegen die Politik der EZB an die Kaimauer vor der Bank projiziert.
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Vergangene Woche haben Klimaaktivist:innen ihren Protest gegen die Politik der EZB an die Kaimauer vor der Bank projiziert.

Geldpolitik

Langsam dämmert es

  • Nina Luttmer
    vonNina Luttmer
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Die Erkenntnis ist da, an der Umsetzung hapert es: Immer mehr Notenbanken haben inzwischen erkannt, dass der Klimawandel auch sie betrifft.

Notenbanken weltweit arbeiten zwar daran, Klimarisiken bei ihrer Geldpolitik zu berücksichtigen - richtig weit gekommen sind sie dabei allerdings noch nicht. In einer Umfrage des „Network for Greening the Financial System“ (NGFS) unter 26 Notenbanken aus 51 Ländern (inklusive Währungsunionen) gaben sieben Institute (27 Prozent) an, überhaupt keine Maßnahmen bezüglich des Klimaschutzes treffen zu wollen. Nur – je nach Fragestellung – 13 bis 15 Prozent der Zentralbanken erklärten, dass es wahrscheinlich sei, dass sie Maßnahmen in der Zukunft ergreifen werden.

„Zentralbanken sind sich der Klimarisiken klar bewusst, bei der Umsetzung spezifischer Maßnahmen stehen sie jedoch noch am Anfang“, sagte Sabine Mauderer, Vorständin bei der Bundesbank am Dienstag vor Journalist:innen. Mauderer leitet auch die Arbeitsgruppe „Scaling up green finance “ im NGFS, einem Netzwerk von inzwischen 83 Zentralbanken und Finanzaufsichtsbehörden. Ziel: die Ausweitung der Ökofinanzierung zu beschleunigen und Empfehlungen für die Rolle der Zentralbanken bei der Bekämpfung des Klimawandels zu entwickeln.

Klimaschützer:innen fordern seit längerem, dass die Notenbanken bei ihrer Geldpolitik auch Umweltfragen berücksichtigen sollten. Auch für Notenbanken selbst kann das Sinn machen: Zum einen natürlich, um den Wandel hin zu klimafreundlicheren Wirtschaftssystemen zu unterstützen. Zum anderen aber auch, um ihre eigenen Bilanzen vor Klimarisiken zu schützen.

Doch haben laut einer Studie des NGFS nur 18 Prozent von 107 untersuchten Zentralbanken überhaupt ein explizites Mandat, auch auf Nachhaltigkeitsfragen zu blicken und nur fünf Prozent haben dies auch als ein primäres Ziel. Fast die Hälfte der Notenbanken hat - wie etwa auch die Europäische Zentralbank (EZB) - das hervorgehobene primäre Ziel, die Preisstabilität zu erhalten.

Allerdings: In der NGFS-Umfrage unter 26 Banken gab die Mehrheit (18) an, dass sie durchaus Spielraum sieht, ihr Mandat so zu erweitern, dass auch Klimarisiken beachtet werden könnten. Zwölf Institute teilten aber mit, dass es noch keine ernsthafte Diskussion darüber gebe, das auch zu tun.

EZB-Präsidentin Christine Lagarde hat mehrfach erklärt, dass die Beachtung von Klimarisiken auf für die Wahrung der Preisstabilität wichtig sei. Lagarde will die EZB grüner machen - was umstritten ist.

Das Thema ist hochsensibel. Die Notenbanken sollen eigentlich neutral sein - wenn sie aber nun beispielsweise entscheiden, keine Unternehmensanleihen mehr von Firmen aus umweltschädlichen Branchen aufzukaufen, betrieben sie im Grunde Wirtschaftspolitik. Die Hoffnung der Zentralbanken ist es daher, dass die Politik und Ratingagenturen die Bewertung von Klimarisiken übernehmen, die sie dann anwenden können.

Zudem weisen die Notenbanken in der Umfrage auf einen Mangel an Daten und Standards hin, um Risiken zu bewerten. Dies scheint jedoch kein Problem zu sein, wenn es um Eigenanlagen geht: Bei der Verwaltung ihrer Pensionen etwa wenden viele Notenbanken Nachhaltigkeitskriterien an.

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