Landesbanken

Helaba und Deka: Neuer Versuch

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Helaba und Deka sollen fusionieren. Die Idee ist gut - aber die Erfahrungen mit Landesbanken lassen wenig Hoffnung auf Erfolg. Die Analyse.

Die Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) und die Dekabank sollen fusionieren. So zumindest wünschen sich das viele Top-Manager der Sparkassengruppe, zu der die beiden Institute gehören – und diesen Willen bekundeten sie am Dienstag auch in einer Pressemitteilung ihres Verbandes DSGV (Deutscher Sparkassen- und Giroverband). Da könnte man eigentlich laut „Juchhei“ schreien. Schließlich fordern Branchenexperten schon lange, dass Landesbanken fusionieren.

Genau das ist aber auch der Grund, warum angesichts der eigentlich frohen Botschaft doch kaum jemand Jubelrufe ausstößt, sondern die Skepsis überwiegt. Denn schon seit Jahrzehnten hat es immer wieder Anläufe für Zusammenschlüsse gegeben, aus denen am Ende doch nichts wurde. Gerade erst im vergangenen Jahr hieß es, die kriselnde NordLB solle der Nukleus für eine neue Mega-Landesbank werden. Auch daraus ist nichts geworden.

Fairerweise muss man aber sagen: Es ist nicht so, als sei in den vergangenen Jahren nichts passiert im Reich der Landesbanken. WestLB und SachsenLB sind verschwunden, die HSH Nordbank wurde privatisiert. Doch immer noch gibt es sechs Landesbanken sowie den Fonds-anbieter Deka. Zu viele Institute und zu wenig profitabel, sagen auch viele Mitglieder der Sparkassengruppe.

Sparkassen-Präsident Helmut Schleweis wünscht sich nur noch ein einziges Geldhaus, welches alleine den Sparkassen gehören soll. Derzeit gehören ihnen die Deka und die Landesbank Berlin, bei den anderen Instituten hat der Staat seine Finger mit im Spiel. Und obgleich der die Landesbanken in der Finanzkrise teils mit Milliarden retten musste, scheinen die Politiker heute nur noch wenig gewillt, die Institute in die „staatliche Freiheit“ zu entlassen.

Zurück zu Helaba und Deka: Das Land Hessen, das wie Thüringen an der Helaba beteiligt ist, hat sich zumindest offen für eine Fusion gezeigt. Die Geschäftsmodelle von Deka und Helaba jedenfalls würden sich gut ergänzen. Die Deka ist stark im Fonds- und Wertpapiergeschäft, die Helaba im Kreditgeschäft und bei Projektfinanzierungen.

Obwohl die geschäftlichen Überschneidungen der beiden Banken nicht gravierend sind, dürfte eine Fusion dennoch mit einem Stellenabbau einhergehen, vermutlich vor allem in Back-office-Bereich, denn beide Institute haben ihre Türme in Sichtweite voneinander in der Frankfurt Innenstadt. Für die insgesamt knapp 11 000 betroffenen Mitarbeiter sind das schlechte Nachrichten.

Erst einmal müssen aber die Verwaltungsräte von Helaba und Deka entscheiden, ob sie ihre Vorstände wirklich mit Fusionsgesprächen beauftragen wollen. Selbst wenn das passieren sollte, zeigt die Erfahrung, dass die Chancen für einen Zusammenschluss nicht zu hoch bewertet werden sollten. Die Zahl der Mitentscheider ist groß, die Interessen divers, die Gruppe geschwätzig – was Fusionsgespräche eher behindert. Insbesondere aus Bayern und Baden-Württemberg könnte Gegenwind kommen, um einen starken Konkurrenten zu verhindern.

Sollte die Fusion aber wirklich kommen, dann wäre das tatsächlich ein Grund „Juchhei“ zu rufen. Denn das wäre eine kleine Sensation. Die große Sensation wäre es erst dann, wenn es irgendwann nur noch ein oder zwei Landesbanken gäbe.

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