Glas-Komplex der NordLB in Hannover
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Finanzmarkt

Land rüstet NordLB für Stresstest

Niedersachsen will die NordLB mit einer 600 Millionen Euro schweren Kapitalerhöhung für den Banken-Stresstest rüsten. Auch Stille Einlagen müssen umgewandelt werden, weil der Test sie nicht als Kapitalrücklage akzeptiert.

Niedersachsen will die NordLB mit einer 600 Millionen Euro schweren Kapitalerhöhung für den Banken-Stresstest rüsten. Auch Stille Einlagen müssen umgewandelt werden, weil der Test sie nicht als Kapitalrücklage akzeptiert.

Eine Wandlung Stiller Einlagen von knapp 1,1 Milliarden Euro und die Kapitalspritze seien notwendig, damit die Landesbank den Belastungstest bestehe, sagte der niedersächsische Finanzminister Hartmut Möllring am Donnerstag in einer Regierungserklärung. Voraussetzung für eine Umsetzung des Kapitalplans ist eine Zustimmung des niedersächsischen Landtags. Das Landesparlament und die Gremien der Bank sollten daher „in Kürze“ über die Kapitalmaßnahmen entscheiden, kündigte Möllring an.

Die NordLB gilt neben der Helaba als einer der Wackelkandidaten im Stresstest. Beide Landesbanken haben vergleichsweise viele Stille Einlagen ihrer Eigentümer - zumeist der Bundesländer -, die bei dem Test nicht mehr voll als hartes Kernkapital anerkannt werden. Stille Einlagen haben je nach ihrer Ausgestaltung Züge von Eigen- und Fremdkapital, weshalb international umstritten ist, ob sie voll zur Abdeckung von Verlusten taugen.

Möllring zeigte sich nun aber zuversichtlich: Mit der Wandlung Stiller Einlagen und der Kapitalerhöhung sei die Bank in der Lage, den Test zu bestehen. „Dieses haben längere Verhandlungen mit der Bankenaufsicht ergeben“, sagte er.

Durch die beiden Schritte wird das Land Niedersachsen, das bislang 42 Prozent der Anteile hält, zum Mehrheitseigentümer der NordLB. Weitere acht Prozent hält Sachsen-Anhalt. Die andere Hälfte der Anteile gehört den Sparkassen aus Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern.

Länder wollen Geld schnellst möglich zurück

Sobald die NordLB durch den Verkauf von Beteiligungen und die Rückstellung von Gewinnen eine dickere Kapitaldecke hat, will Möllring die 600 Millionen Euro aus der Kapitalerhöhung wieder zurück. „Die Landesregierung geht davon aus, das der zusätzliche Finanzierungsbedarf nur auf Zeit besteht, bis die NordLB in der Lage ist, die fraglichen Kernkapitalanteile vom Land zurück zu erwerben“, sagte Möllring.

#multibox

Die Ergebnisse für den laufenden Stresstest müssen die Banken bis kommenden Dienstag abgeben. Im Fokus steht hier weiterhin die Helaba, die Ende März auf einer Kernkapitalquote von 10,6 Prozent kam. Auch hier hatte das hessische Finanzministerium bereits angekündigt, der Bank zur Seite zu springen. Hessen hält etwa zehn Prozent an der Helaba. Die Mehrheit gehört den Sparkassen in Hessen und Thüringen.

Um den Test zu bestehen, müssen die Banken auch unter härtesten Bedingungen auf eine Kernkapitalquote von mindestens fünf Prozent kommen. Damit wollen die Behörden sicherstellen, dass die europäischen Institute künftige Krisen überstehen. (Reuters)

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