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Chipmangel: Bei Opel im thüringischen Eisenach stehen die Bänder still. 1300 Beschäftigte sollen in Kurzarbeit.
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Chipmangel: Bei Opel im thüringischen Eisenach stehen die Bänder still. 1300 Beschäftigte sollen in Kurzarbeit.

Opel

Kurzarbeit bei Opel: Die Eisenacher Bänder stehen still

  • Steffen Herrmann
    VonSteffen Herrmann
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Weil Bauteile fehlen muss das Opel-Personal in Eisenach in Kurzarbeit. Doch unter vielen Beschäftigten herrscht Angst, dass es keine Zukunft – und das nach mehr als 120 Jahren Standortgeschichte.

Mit einem Tag der offenen Tür feierte Opel im September 2017 das 25-jährige Bestehen seines Standorts in Eisenach. Tausende Besucherinnen und Besucher strömten auf das Werksgelände am Nordrand des Thüringer Waldes. „Die Belegschaft dieses Standortes ist seit jeher stolz darauf, hier zu arbeiten und setzt sich mit Leib und Seele für ihr Werk ein“, sagte der Betriebsratsvorsitzende Bernd Lösche an dem Festtag vor vier Jahren. „Das sind gute Voraussetzungen auch für die Zukunft.“

Damals produzierten rund 1800 Beschäftigte die Opel-Modelle Corsa und Adam. Inzwischen sind es nur noch 1300 – das Ergebnis eines Abbaus Hunderter Stellen in kurzer Zeit, wenn auch ohne betriebsbedingte Kündigungen. Nun fehlen nach Unternehmensangaben Bauteile für die Produktion des einzig verbliebenen Modells Grandland. Die Eisenacher Bänder stehen still, das Personal soll in Kurzarbeit. Dazu die Pläne, das Werk von Opel zu lösen und an Einheiten des Stellantis-Konzerns zu koppeln – von guten Voraussetzungen für die Zukunft spricht kaum noch jemand.

Angst um Opel, das Gefühl kennt man in Eisenach. Seit 1990 lässt Opel hier Autos bauen, seit 1992 im heutigen Werk. Zur Eröffnung kam der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl. Das für die Zeit sehr moderne Werk mit seinen rund 1900 Beschäftigten passte gut zu Kohls Versprechen von blühenden Landschaften.

Opel in Eisenach: Proteste angekündigt

Wirklich rund lief es spätestens seit den 2000er Jahren aber selten: Ab 2007 traf die Finanzkrise auch den damaligen Mutterkonzern General Motors. Bänder standen still, ein Verkauf oder sogar das Ende des Werkes stand im Raum. Soweit kam es nicht, die Automobilgeschichte Eisenachs wurde fortgeschrieben. Und die ist lang: In der Stadt werden seit mehr als 120 Jahren Autos gebaut. Von 1904 an zunächst die Marke Dixi, die 1928 von BMW übernommen wurde. Nach dem Zweiten Weltkrieg liefen dann mehr als 1,6 Millionen Wartburgs vom Band.

„Der Fahrzeugbau gehört zur DNA der Stadt“, sagte Eisenachs linke Oberbürgermeisterin Katja Wolf dem MDR nach Bekanntwerden der Produktionspause. Über eine Schließung des Werkes wollte die Politikerin nicht spekulieren. Nur so viel: „Es wäre eine Katastrophe für die Stadt und die gesamte Region.“

Nachdem die Umstrukturierungspläne von Stellantis publik wurden, betonte ein Opel-Sprecher zwar, die Arbeitsbedingungen sollten für alle Beschäftigten unverändert bleiben, bestehende Tarifverträge und Betriebsvereinbarungen sollten weiter gelten. Aber der Versuch, die Situation zu beruhigen, scheiterte. Die IG Metall warnt vor einer möglichen Zerschlagung von Opel und kündigt Widerstand an: Am 29. Oktober sollen Protestaktionen in Hessen, Rheinland-Pfalz, dem Saarland und in Thüringen den Druck auf Stellantis erhöhen.

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