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Die Deutsche Telekom soll kurz vor einem Milliardendeal stehen.
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Die Deutsche Telekom soll kurz vor einem Milliardendeal stehen.

Telekom Scout24

Kurz vor Milliardendeal

Konzernchef Obermann kann die Kassen der Deutschen Telekom voraussichtlich noch kurz vor seinem Abschied mit Milliardeneinnahmen aufpolstern. Der Bonner Konzern will seine Internet-Anzeigentochter Scout24 für 1,4 Milliarden Euro verkaufen.

Die Amerikaner wollen 70 Prozent der Firma übernehmen, die mit rund zwei Milliarden Euro bewertet wird, wie zwei mit den Plänen vertraute Personen am Mittwoch sagten. Für Obermann wäre das ein großer Erfolg: Nicht nur verschafft er dem früheren Staatskonzern dringend benötigte Einnahmen für den geplanten teuren Netzausbau. Mit ihrem verbleibenden Anteil könnte die Telekom auch künftig bei allen Entscheidungen ein wichtige Stimme haben.

Einem Insider zufolge soll sich noch an diesem Mittwoch der Telekom-Aufsichtsrat mit dem Verkauf beschäftigen. Sollte ein Deal zustandekommen, wäre dies eine der größten Übernahmen durch ein Private-Equity-Haus in Deutschland in diesem Jahr. Die Telekom und Hellman & Friedman lehnten Stellungnahmen zu den Informationen ab. H&F ist in Deutschland vor allem als Medien-Investor bekannt und war bis 2010 mit einem Minderheitsanteil am Verlagskonzern Axel Springer beteiligt. Von 2003 bis 2007 war H&F Mehrheitsaktionär von ProSiebenSat.1.

Hohe Preise

"Die Transaktion dürfte in den nächsten Tagen angekündigt werden, aber noch ist nichts unterzeichnet", betonte einer der Insider. Scout24 werde insgesamt mit rund zwei Milliarden Euro bewertet. Das wäre Finanzkreisen zufolge das 20-Fache des operativen Gewinns. Das liegt deutlich über den Preisen, die bei Private-Equity-Deals zuletzt gezahlt wurden. Das vom Geschäftsmodell vergleichbare britische Immobilienportal Rightmove wird aktuell mit dem 22-Fachen des erwarteten operativen Gewinns bewertet.

Selbst solche Bewertungen stellen für Beteiligungsfirmen momentan kein Hindernis dar. Seitdem die Notenbanken ihre Schleusen weit geöffnet halten, sind Kredite so günstig wie noch nie. "Es ist so viel billiges Geld da draußen, dass Investoren nicht mehr so umsichtig agieren", sagte ein Telekom-Aktionär, der namentlich nicht genannt werden wollte. Auf Investoren-Treffen müssten mittlerweile Extra-Stühle geholt werden. Manche Private-Equity-Häuser warnen bereits vor einer Übertreibung. Beteiligungsfirmen finanzieren einen Großteil ihrer Zukäufe mit Schulden, die sie dann den gekauften Firmen auflasten.

Obermann dagegen kann sich über die willkommene Geldspritze freuen. Denn der Netzausbau in Deutschland und in den USA verschlingt Milliardensummen. Allein für vier Milliarden Euro will die Telekom ihr Mobilfunknetz in den USA modernisieren - weitere sechs Milliarden Euro sollen in den Breitband-Ausbau in Deutschland fließen. Allerdings dürfte der Manager, der Ende Dezember nach sieben Jahren das Ruder an Finanzchef Tim Höttges abgibt, die Verkaufs-Entscheidung aus strategischer Perspektive nicht leicht gefallen sein.

Goldman Sachs und Jefferies organisieren Verkauf

Denn Internetgeschäfte wie Scout24 sollten eigentlich dazu beitragen, die Umsatzdelle im alten Telefongeschäft auszugleichen. Zu der Scout-Gruppe gehören die Anzeigenseiten Immoscout24, Autoscout24, TravelScout24 sowie Friendscout24. Die Telekom hatte Scout 2004 für rund 180 Millionen Euro von der Schweizer Beteiligungsfirma Beisheim erworben. Danach baute der Konzern das Geschäft durch kleinere Zukäufe aus.

Ins Schaufenster wurde die Anzeigengruppe schon vor einiger Zeit gestellt. Vor allem Finanzinvestoren waren interessiert, weil das Unternehmen stabile Einnahmen verspricht. Nach Reuters-Informationen waren neben Hellman & Friedman zuletzt noch die Investoren EQT und Silverlake im Rennen. Axel Springer hatte sich wegen des hohen Preises im September aus dem Bieterrennen zurückgezogen. Die Investmentbanken Goldman Sachs und Jefferies organisieren den Verkauf. (Reuters)

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