Werften

Kurs auf Fusion

Politik unterstützt Gespräche über deutschen Werftkonzern für Marineschiffbau.

Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP) hat Überlegungen über eine Fusion deutscher Werften grundsätzlich befürwortet. „Denn gerade vor dem Hintergrund der europäischen, teilweise staatlichen Konkurrenz ist eine Konsolidierung der deutschen Marineindustrie der richtige Weg“, sagte Buchhoz. Wichtig sei dabei, dass die Standorte und die Arbeitsplätze in Schleswig-Holstein erhalten blieben.

Zuvor hatte der NDR berichtet, dass die drei deutschen Werften Lürssen, Thyssen-Krupp Marine Systems (TKMS) und German Naval Yards Gespräche über die Zusammenlegung des Marineschiffbaus führten. Die Bundesregierung unterstütze das Vorhaben. Ein Sprecher des Bremer Unternehmens Lürssen sagte dem Sender, das Unternehmen halte eine Konsolidierung der Systemhäuser im deutschen Marineschiffbau für sinnvoll und erforderlich, um dadurch nachhaltig die internationale Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Den Stand der Gespräche kommentierte er nicht.

Buchholz betonte, der Erfolg einer Konsolidierung hänge ganz maßgeblich von ausreichend Aufträgen der heimischen Marine ab. „Hier muss die deutsche Marine den Unternehmen ein Mindestmaß an Planungssicherheit geben.“

Anfang des Jahres hatte sich ein Konsortium um das niederländische Unternehmen Damen Shipyards in einem Bieterverfahren gegen zwei deutsche Werften durchgesetzt und den Zuschlag für das bislang größte Rüstungsprojekt der bundesdeutschen Marine bekommen, das Mehrzweckkampfschiff MKS 180 mit einem Volumen von 5,5 Milliarden Euro. Politiker und Experten fragen sich seitdem, wie die Zukunft des deutschen Werftstandorts aussehen soll.

Die französische Naval-Group zum Beispiel beschäftigt mehr als 13 000 Mitarbeiter und gehört mehrheitlich dem Staat. Aufträge vergibt die französische Regierung fast ausschließlich national.

Seit Anfang des Jahres laufen nach NDR Informationen Gespräche zwischen der Bremer Lürssen Werft sowie German Naval Yards und TKMS aus Kiel. Die Bundesregierung fungiert dabei als Moderator, heißt es. Ziel soll es sein, einen neuen Werftkonzern zu gründen. Das neue Unternehmen soll sich dabei ausschließlich auf den Marineschiffbau konzentrieren, wie der NDR aus Verhandlungskreisen erfuhr. (dpa/FR)

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