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„Wer mit den Möglichkeiten von Apps und Alexa aufwächst, erwartet Flexibilität auch vom Energieversorger“, sagt Experte Jörg Stäglich.

Energieversorgung

Kunden verlangen mehr digitalen Service

Strom- und Gasanbieter bleiben laut eines Expertenvergleichs bei der Digitalisierung ihrer Angebote auf halber Strecke stehen.

In der Energiebranche wächst der Druck zur Digitalisierung, doch nicht alle Energieversorger gehen nach einer Studie das hohe Tempo mit.

„Über alle Unternehmen zeigen sich die deutschen Versorger bei der Digitalisierung auf halber Wegstrecke“, sagte Thomas Fritz, Energieexperte der Strategieberatung Oliver Wyman. Sie erreichen bei einem Digitalisierungs-Index 51 von 100 möglichen Punkten. Die Hälfte des Potenzials bleibe noch ungenutzt.

Gemessen und verglichen haben die Experten digitales Marketing und Vertrieb sowie die Qualität des Kundenportals. Dabei geht es um die Präsenz der Unternehmen in sozialen Netzwerken ebenso wie um Apps für einen einfachen Vertragsabschluss, zeitgemäße Bezahlfunktionen und digitalen Kundendienst. Ein modernes Feature ist zum Beispiel, wenn der Kunde seinen Zählerstand per Kamera erfassen kann und innerhalb weniger Sekunden eine Rechnung erhält oder seine monatlichen Abschläge mit ein paar Klicks ändern kann.

„Strom- und Gasanbieter werden von ihren Kunden an Servicestandards gemessen, die sich in anderen Branchen längst gebildet haben“, sagte der Experte Jörg Stäglich. „Wer mit den Möglichkeiten von Apps und Alexa aufwächst, erwartet Flexibilität auch vom Energieversorger.“

Bei einem Vergleich von 32 großen Versorgungsunternehmen in Deutschland landeten Enercity, Enpure, Eon, Innogy und Yello weit vorn. Dagegen täten sich eine Vielzahl von Stadtwerken noch schwer, die Digitalisierung anzugehen. Ihr einst robustes Geschäft mit kaum hinterfragten Kundenbindungen werde nun attackiert.

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