Urteil

Krankheitsbedingte Kündigung nicht rechtens

Ist ein Arbeitnehmer häufig krank, rechtfertigt dies nicht ohne weiteres die Kündigung.

Ein Mitarbeiter, der viele Tage im Jahr fehlt, kann deshalb nicht einfach krankheitsbedingt gekündigt werden. Dazu müssen bestimmte Voraussetzungen gegeben sein – etwa, eine negative Gesundheitsprognose vorliegen. Das geht aus einem Urteil des Landesarbeitsgerichts Rheinland-Pfalz hervor.

Das Gericht behandelte den Fall eines Arbeitnehmers, der 2015 eine krankheitsbedingte Kündigung erhielt. Er hatte seit 2009 in jedem Jahr 35 bis 77 Tage lang gefehlt. Der Arbeitgeber argumentierte, die Fehlzeiten ließen auf eine schlechte gesundheitliche Entwicklung in der Zukunft schließen.

Der Mann klagte und hatte Erfolg. Das Gericht konnte keine negative Gesundheitsprognose feststellen. Laut Gutachten eines Sachverständigen sei nicht bewiesen, dass der Mann zukünftig wiederholt lange krank sein werde. Der Mann fehlte etwa wegen eines Fußleidens oder wegen Gallensteinen – wurde aber jeweils erfolgreich behandelt. Darüber hinaus habe der Arbeitgeber keine Störungen im Betriebsablauf belegen können. (dpa)

Az.: 8 Sa 170/17

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