Pflege und Kindererziehung

Kümmern soll sich lohnen

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Grünen-Politikerinnen wollen Pflegerinnen und Erzieher besserstellen.

Grünen-Chef Robert Habeck stand vor wenigen Tagen auf einer Berliner Theaterbühne dem Publikum Rede und Antwort. Eine langjährige Krankenschwester ergriff beim „Brigitte Live-Talk“ das Wort, von Habeck wollte sie wissen: „Warum sollen Pflegekräfte und Krankenschwestern die Grünen wählen?“ Ein Vorwurf schwang da mit, die Fragestellerin schob hinterher: „Wann kriegen wir endlich mehr Geld?“ Habeck setzte zu einer langen Erwiderung an. Er sprach von schwindender Kaufkraft und Niedriglöhnen und staatlicher Unterstützung. Eine konkrete Antwort blieb er schuldig.

Dabei machen sich die Grünen durchaus ihre Gedanken zur Zukunft vermeintlicher Frauenberufe. Das geht aus einem Papier führender Grünen-Politikerinnen hervor, das den Titel „Kümmern als Beruf“ trägt und dem Redaktionsnetzwerk Deutschland vorliegt. Darin fordern die stellvertretende Parteivorsitzende Gesine Agena, die stellvertretende Grünen-Fraktionsvorsitzende im Bundestag, Katja Dörner, die baden-württembergische Grünen-Chefin Sandra Detzer und die Sozialpolitikerin Kordula Schulz-Asche eine deutliche Aufwertung der sozialen Arbeit in Kliniken, Kitas und Pflegeeinrichtungen.

„Die heutige Bezahlung in den Kümmer-Berufen wird deren Professionalität und ihrer Verantwortung für unser aller Wohl nicht gerecht“, schreiben die Autorinnen. Sie fordern flächendeckende Tarifverträge, die mit deutlich besserer Bezahlung sozialer Arbeit einhergehen sollen. Nur so könnten sich die Gehälter von Männern und Frauen annähern. Der überwiegende Teil der Lohnlücke von rund 20 Prozent gehe darauf zurück, dass Berufe, in denen vor allem Frauen arbeiten, schlechter bezahlt würden als Berufe, in denen größtenteils Männer arbeiten, schreiben die Grünen. Schulgelder während der Ausbildung gehörten abgeschafft.

Auch mahnen die Grünen-Politikerinnen zu einer besseren personellen Ausstattung in den Einrichtungen, damit „Kümmern nicht nach der Stoppuhr“ erfolgt. Sie fordern einen verbindlichen Personalschlüssel, „der sicherstellt, dass die Kitas ihrem Bildungsauftrag auch gerecht werden können und Pflegebedürftige gut versorgt werden“. Auch bezahlte Auszeiten für Fort- und Weiterbildung sowie Aufbaustudiengänge sollen gesetzlich verankert werden

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