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Kian Rahnamarad, Oliver Gutfleisch, Max Fries, Dimitri Benke und Timur Sirman (von links) von der Darmstädter Firma Magnotherm Solutions.

Hessischer Gründerpreis

Kühlung für die Menschheit

Kreative Ideen, mutige Entscheidungen, soziale Wirkung: Der Hessische Gründerpreis zeichnet besondere Gründerinnen und Gründer aus. Die Frankfurter Rundschau stellt als Medienpartner die Finalisten vor. Diesmal: Magnotherm Solutions.

Kian Rahnamarad, Oliver Gutfleisch, Max Fries, Dimitri Benke und Timur Sirman (von links) von der Darmstädter Firma Magnotherm Solutions.

Wer braucht Sie?

Alle, die hocheffiziente Kältemaschinen mit hohen individuellen Anforderungen haben. Anstatt mit Gasen kühlen wir mit speziellen Metallen, die wir an verschiedene Temperaturbereiche anpassen können. Mit einem Austauschfluid (zum Beispiel Wasser) transportieren wir Wärme und Kälte vom Metall weg hin zum Einsatzgebiet. Dadurch ist unsere Maschine immer im Effizienzoptimum.

Warum haben Sie gegründet?

Die Technologie der magnetischen Kühlung hat das Potenzial, die Art und Weise, wie wir uns auf diesem Planeten kühl halten, von Grund auf zu revolutionieren. Wir wollen nun dieses Potenzial kommerzialisieren und zur Verfügung stellen.

Wer hat in Sie investiert?

Für die Gründung haben wir aus privatem Geld das Stammkapital eingezahlt. Finanzielle Hilfe bekommen wir durch die ESA, EIT Raw Materials und weitere Programme. Ein privater Investor oder Business Angel ist bisher noch nicht eingestiegen.

Was war die größte Hürde?

Die größte Hürde ist, neben dem bürokratischen Aufwand der Gründung, das Produkt zu entwickeln. Eine neue Plattformtechnologie entsteht nicht über Nacht. Deswegen sind wir auch immer noch viel im Labor und der Werkstatt.

Wo brennt es im Betrieb?

Wir suchen immer neue Leute, die mit Erfindergeist, Ehrgeiz und einer Prise Humor unser Team unterstützen. Also, wer das hier liest und eine Ingenieurstelle sucht, melde dich!

Was ist der große Traum?

Wenn wir es schaffen, das enorme Potenzial dieser Technologie in ein Produkt zu überführen und dieses zu verkaufen, haben wir unseren Traum erreicht.

„Magnetokalorische Kühlaggregate für die Wärmeanwendungen der Zukunft“ – klingt ziemlich simpel, warum kam niemand vorher auf die Idee?

Tatsächlich ist der magnetokalorische Effekt schon seit über 100 Jahren bekannt. Für tiefe Temperaturen (also kälter als -272,15 Grad Celsius) wird die Technologie bereits eingesetzt. Für Raumtemperatur haben bis vor wenigen Jahren noch gute und stabile Materialien sowie Maschinen gefehlt. Und da der Wärmeaustausch nicht so einfach ist, hat es bisher noch niemand geschafft, eine produzierbare und preislich wettbewerbsfähige Maschine zu präsentieren. Das wollen wir ändern.

DAS SAGT DIE JURY:

Stark wertschöpfende Geschäftsidee mit positivem Nachhaltigkeitseffekt auf Basis interdisziplinärer Forschung.

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