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SMA Solar

Kritik an Energiekonzept der Bundesregierung

Der hessische Weltmarktführer verdoppelt seinen Umsatz und stockt Personal auf. Nach den Umweltkatastrophen und jüngsten politischen Entwicklungen in Deutschland glaubt der Konzern an einen Boom der erneuerbaren Energien. Ein Konzept vermisst er aber.

Von Christine Skowronowski

Die Halbwertzeiten von Politikeräußerungen zur künftigen Energiestrategie sehen Manager wie Günther Cramer mit Sorge. Der Chef und Mitgründer des hessischen Unternehmens SMA Solar Technology ist zwar überzeugt, dass nach den Ereignissen in Japan und den Ergebnissen der jüngsten Wahlen in Deutschland an den erneuerbaren Energien kein Weg mehr vorbeiführt. Allerdings vermisst er ein zukunftsweisendes Konzept.

Zum nun auch von der FDP unterstützten beschleunigten Ausstieg aus der Atomenergie könne die Photovoltaik einen „wesentlichen“ Beitrag leisten. Bis 2020 sei ihr Anteil am Energiemix von drei auf zehn Prozent zu steigern. „Wenn mehr gewollt wird, können wir das leisten“, versichert Cramer. „Allerdings muss man das auch wollen“ sowie politisch sorgfältig planen und unterstützen. Eine mögliche größere finanzielle Förderung der alternativen Energien ist aus seiner Sicht zunächst zweitrangig. Wichtig sei, klare Ziele für den forcierten Ausbau der alternativen Energien vorzugeben.

SMA ist mit einem Anteil von mehr als 40 Prozent Weltmarktführer für Wechselrichter, Herzstück jeder Solarstromanlage (siehe Kasten). Das Unternehmen behauptet, „auf alle möglichen Szenarien“ in dem sehr schwankungsanfälligen Solargeschäft bestens vorbereitet zu sein, wie Finanzchef Pierre-Pascal Urbon erklärt. SMA will die globale Position weiter ausbauen und vor allem auf dem nicht ganz einfachen japanischen Markt einen Fuß auf den Boden bekommen. Die Gruppe sieht die größten Wachstumschancen momentan im Ausland, vor allem in Asien und den USA. Dort hat SMA deshalb auch im vergangenen Jahr eine Dependance in Denver eröffnet.

Ohne Lieferengpässe wäre Entwicklung rasanter verlaufen

Die Perspektiven für 2011 beurteilt der Vorstand zurückhaltend. Trotz des Absatz- und Umsatzeinbruchs im ersten Quartal ist das Unternehmen zuversichtlich, die bislang abgegebene Prognose erfüllen zu können. Und die hat Spielraum. Der Erlös könnte demnach entweder stagnieren oder auf 1,5 Milliarden Euro schrumpfen. Die Marge auf Basis des Gewinns vor Zinsen und Steuern wird bei 21 bis 25 Prozent angesetzt, was üppig, aber weniger als 2010 wäre.

Allerdings hat SMA zuletzt besser abgeschnitten als insgeheim erwartet. Am Ende wurde der Umsatz gut verdoppelt – auf 1,9 Milliarden Euro, 45 Prozent entfielen auf das Ausland. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern schnellte von 228 auf 516 Millionen hoch. Davon profitieren die Aktionäre, 27 Prozent der Anteile sind breitgestreut. Sie sollen drei nach zuvor 1,30 Euro Dividende erhalten. Die Entwicklung wäre noch rasanter verlaufen, wenn die Halbleiterfirmen schnell geliefert hätten, sagt Cramer. So seien Engpässe entstanden und hätten Vorräte aufgebaut werden müssen.

Das Unternehmen verfügt jedoch über ein finanzielles Polster, das zumindest so manchen Analysten zu kritischen Kommentaren verleiten könnte. Die Eigenkapitalquote ist zuletzt noch einmal um 1,5 Punkte auf 58,2 Prozent geklettert. Die liquiden Mittel erreichen 0,5 Milliarden Euro. Nur – größere Firmenkäufe sind dem Unternehmen aufgrund seiner dominanten Marktstellung kartellrechtlich versagt, sagt Cramer, kleinere in der Zulieferklette seien geplant. Das finanzielle Polster ermögliche aber große Unabhängigkeit vor allem von Banken.

Das Vertrauen in die eigene Geschäftsidee versucht SMA auch in der Personalpolitik zu demonstrieren. Im vorigen Jahr wurde die Belegschaft weltweit um mehr als 1500 auf 5519 Männer und Frauen ausgebaut. Die Zahl der darin enthaltenen Zeitarbeiter ist dabei laut Urbon von einst 2000 auf inzwischen etwa 500 gesunken.

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