Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Auch in der Pandemie ein beliebter Zeitvertreib: Lego.
+
Auch in der Pandemie ein beliebter Zeitvertreib: Lego.

Trotz Pandemie

Spielzeughersteller Lego auf Rekordkurs - von Krise keine Spur

  • Nina Luttmer
    VonNina Luttmer
    schließen

Der weltgrößte Spielzeughersteller Lego steuert 2021 erneut auf ein Rekordjahr zu. Bereits im Jahr 2020 erzielte der Hersteller von Kinder-Spielzeug einen Rekordumsatz.

Billund - Die Eltern müssen am heimischen Computer arbeiten, die Schule und der Kindergarten sind zu, die Freunde darf man nicht treffen. Was macht ein gelangweiltes Kind da - außer fernzusehen? Genau: spielen. Im vergangenen Jahr hatten die Jüngsten so viel Zeit wie selten mit ihrem Spielzeug. In Deutschland alleine machte die Spielwaren-Branche 2020 neun Prozent mehr Umsatz - in vielen anderen Ländern der Welt waren die Zuwächse noch deutlich größer.

Ein Hauptprofiteur: Der weltgrößte Spielzeugproduzent Lego. Im Jahr 2020 erzielte Lego einen Rekordumsatz von 43,7 Milliarden dänischen Kronen (5,9 Milliarden Euro) und einen Gewinn von 9,9 Milliarden Kronen (1,3 Milliarden Euro) - letzteres war ein Plus von mehr als 19 Prozent zum Vorjahr. Lego eilte damit der Konkurrenz davon. Die Nummer zwei und drei der Welt - die US-Hersteller Hasbro und Mattel - können mit dem Wachstum nicht mithalten.

Spielzeughersteller Lego: Großer Gewinnzuwachs trotz Corona

Nun scheint das im dänischen Billund beheimatete Unternehmen in diesem Jahr aber noch einen draufzulegen. Wie das Management am Dienstag bekannt gab, stieg der Umsatz im ersten Halbjahr im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 46 Prozent auf 23 Milliarden Kronen (3,1 Milliarden Euro). Der Gewinn kletterte sogar um unglaubliche 140 Prozent auf 6,3 Milliarden Kronen (850 Millionen Euro). Das Ende der Corona-Lockdowns in vielen Ländern scheint die Spiellust also nicht gebremst zu haben.

Ob Lego City, Lego Creator Expert, Lego Ninjago, Lego Technic, Lego Harry Potter oder Lego Super Mario - um nur einige der Verkaufsrenner zu nennen - die Kundschaft griff offenbar zu. Jedes Jahr tauscht Lego mehr als die Hälfte der angebotenen Sets durch neue Kreationen aus.

Spielzeughersteller: Lego erwartet hohe Nachfrage

Unternehmenschef Niels Christiansen sagte in einer Webkonferenz vor Journalist:innen, das Unternehmen erwarte auch für das zweite Halbjahr eine hohe Nachfrage nach Lego-Produkten. Alles deutet also auf ein neues Rekordergebnis für 2021 hin. Allerdings betonte Christiansen auch, dass Lego diese enormen Wachstumsraten nicht dauerhaft durchhalten wird. Sie würden sich „auf nachhaltigerem Level stabilisieren, wenn die Menschen zu ihrem vor-pandemischen Konsumverhalten zurückkehren“, sagte er.

Lego hat in der Krise davon profitiert, dass es halbwegs überschaubare Lieferwege hat und selbst produziert. Die bunten Steine werden in fünf unternehmenseigenen Fabriken hergestellt, die über die Welt verteilt sind und ihre jeweilige Region bedienen. Dadurch besteht weniger Abhängigkeit von Zulieferern und die Ware kann schneller zur Kundschaft gebracht werden. „Wir gehen davon aus, dass wir die Nachfrage an Weihnachten befriedigen können“, sagte Christiansen. In den vergangenen Jahren war es immer wieder vorgekommen, dass Spielzeughersteller zur Weihnachtszeit Lieferprobleme mit einzelnen Produkten hatten.

Kinder-Spielzeug und Digitalisierung: Lego setzt auf Apps und Vernetzung

Wie viele Unternehmen setzt auch Lego stark auf Digitalisierung - es gibt etwa Apps und vernetztes Spielzeug. In diesem Bereich wollen die Dänen, die weltweit mehr als 20.000 Menschen beschäftigten, auch personell noch ordentlich aufstocken. Doch die stationären Lego-Läden behalten ihre Bedeutung. 61 neue Geschäfte eröffnete Lego laut Christiansen im ersten Halbjahr 2021, davon mehr als 40 in China. Weltweit gibt es nun 737 Läden - 291 davon in der Volksrepublik, was die große Bedeutung dieses Marktes für den Spielwarenproduzenten zeigt.

Christiansen erklärte, nicht nur Kinder begeisterten sich für Lego - auch bei Jugendlichen ab 13 Jahren sowie bei Erwachsenen verzeichne das Unternehmen hohe Wachstumsraten. Lego Technic etwa spricht durchaus Erwachsene an. „Es gibt definitiv noch einiges für uns im Erwachsenen-Segment zu tun“, sagte Christiansen.

Kinder-Spielzeug wird Umweltfreundlicher: Lego sattelt auf nachhaltige Verpackungen um

Das Unternehmen will zudem bis 2025 nur noch nachhaltige Verpackungen nutzen. Bereits ab dem kommenden Jahr soll damit begonnen werden, die Steine der Sets nicht mehr in Plastik, sondern in Papiertüten zu verpacken. Im Juni stellte Lego zudem den Prototypen eines Steins vor, der aus recycelten PET-Flaschen hergestellt wurde.

Lego gehört zu 75 Prozent der Gründerfamilie Kristiansen. Das Unternehmen ist auch immer wieder durch schwere Krisen gegangen. So schrieb es um die Jahrtausendwende mehrere Jahre lang Verluste, musste Tausende Beschäftigte entlassen und sich neu erfinden. (Nina Luttmer)

Der Spielzeughersteller Lego setzte sich auch für mehr Diversität ein. Er brachte zuletzt LGBTQI-Figuren auf den Markt.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare