Defizit bei den Krankenkassen

Krankenkassen in den Miesen

  • Tim Szent-Ivanyi
    vonTim Szent-Ivanyi
    schließen

Die Pandemie sorgt für erhebliche Mehrausgaben / Zusatzbeitrag soll stabil bleiben

Die Pandemie hat die Krankenkassen im ersten Halbjahr entlastet, weil Operationen verschoben wurden und viele Patienten aus Sorge vor Ansteckung nicht zum Arzt gegangen sind. Inzwischen hat sich die Entwicklung aber normalisiert. Und im kommenden Jahr drohen enorme Löcher, wie das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) erfahren hat.

Den gesetzlichen Krankenkassen fehlen durch die Kosten der Corona-Pandemie und den Konjunktureinbruch im kommenden Jahr fast 17 Milliarden Euro, um die Beitragssätze wie von der Regierung geplant stabil zu halten. Das geht aus einer aktuellen Finanzprognose hervor, die der Spitzenverband der Krankenkassen auf fachlicher Ebene mit dem Bundesgesundheitsministerium abgestimmt hat. Sie liegt dem RND vor.

16,6 Milliarden Euro fehlen

Danach beträgt die Lücke satte 16,6 Milliarden Euro. Um sie zu schließen, müsste der durchschnittliche Zusatzbeitrag für Versicherte den Berechnungen zufolge von gegenwärtig 1,1 Prozent auf 2,19 Prozent verdoppelt werden. Die Bundesregierung hat jedoch beschlossen, die Sozialabgaben in der Krise bei maximal 40 Prozent zu stabilisieren. Der Fehlbetrag muss daher aus dem Bundeshaushalt ausgeglichen werden.

Bei den Berechnungen sind unter anderem pandemiebedingte Mehrausgaben von rund 3,4 Milliarden Euro veranschlagt. Dazu gehören die Kosten für einen Impfstoff, die Kosten für Corona-Tests und für die Behandlung von Covid-19-Erkrankungen. Hinzu kommen Mindereinnahmen bei den Krankenkassenbeiträgen durch Kurzarbeit und Arbeitslosigkeit. Für 2019 rechnen die Experten mit einem Fehlbetrag bei den Krankenkassen von drei Milliarden Euro.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare