+
Die Brüder Sören und Jonas Gerhardt haben Muli Cycles gegründet. Mit ihren Lastenrädern wollen sie Autos ersetzen. 

Hessischer Gründerpreis

Kraftvolles Rad statt Auto fahren

Kreative Ideen, mutige Entscheidungen, soziale Wirkung: Der Hessische Gründerpreis zeichnet besondere Gründerinnen und Gründer aus. Die Frankfurter Rundschau stellt als Medienpartner die Finalisten vor. Diesmal: Muli Cycles.

Die Brüder Sören und Jonas Gerhardt haben Muli Cycles gegründet. Mit ihren Lastenrädern wollen sie Autos ersetzen.

Wer braucht Sie?

Menschen, die die Vorteile des Radfahrens gegenüber dem Autofahren in der Stadt erkannt haben und bereit sind den Erst- oder Zweitwagen gegen ein Lastenfahrrad zu tauschen. Menschen, die auch mit einem Lastenfahrrad genauso flexibel sein möchten wie mit ihrem normalen Stadtrad. Menschen die nicht nur ein ökologisches Transportmittel kaufen, sondern auch ein nachhaltig und fair produziertes Produkt kaufen wollen.

Warum haben Sie gegründet?

Muli Cycles wurde gegründet, um in der Landschaft der großen und schweren Lastenräder eine kompakte und dadurch hoch alltagstaugliche Alternative verfügbar zu machen, die sowohl hohen Qualitäts- wie Nachhaltigkeitsansprüchen gerecht wird.

Wer hat in Sie investiert?

Vor allem unsere Kunden selbst – sowohl finanziell als auch mit einem hohen Vertrauensvorschuss. Dies zeigte sich insbesondere während unseres Crowdfundings, wodurch der Grundstein der ersten Serienproduktion gelegt wurde. Bis heute kommen wir ohne fremde Investoren aus.

Was war die größte Hürde?

Den Schritt von den ersten Prototypen und Musterrädern hin zur ersten Kleinserienproduktion zu bewältigen.

Wo brennt es im Betrieb?

Am meisten brennt es derzeit in der Produktion, da wir uns in der, zugegeben, komfortablen Position befinden mehr verkaufen als produzieren zu können. Neues Personal einzustellen, gestaltet sich schwierig, da der Mangel an qualifizierten Zweiradmechanikerinnen hoch ist.

Was ist der große Traum?

Ein langfristig erfolgreiches Unternehmen aufzubauen, das sein nachhaltiges Geschäftsmodell beibehält und weiterentwickelt und so einen Transformationsbeitrag hin zu einer gemeinwohlorientierten Ökonomie leistet.

Die günstigste Version Ihres Lastenrads kostet 2725 Euro. Mit besserer Schaltung, Kette und Sattel sind es schnell 1000 Euro mehr. Ganz schön viel Geld, um damit zum Bio-Supermarkt an der Ecke zu fahren.

Das Muli ist eine komplette Mobilitätslösung für den städtischen Alltag, die Erledigung von Wocheneinkäufen oder der tägliche Transport der Kinder zur Kita, sind nur einige von vielen Einsatzzwecken. Wenn man bedenkt, dass das Muli ein Auto ersetzen kann und die Anschaffungskosten sowie laufende Kosten für Sprit, Reparaturen, Parken, Zulassung nur ansatzweise ins Verhältnis setzt, erscheint der Kaufpreis des Muli in einem anderen Licht. Da ist sehr schnell deutlich, dass das Muli eine der günstigsten und elegantesten Möglichkeit ist, um beim Biomarkt vorzufahren.

DAS SAGT DIE JURY:

Am Gemeinwohl orientierte Wirtschaft im ländlichen Raum. Innovatives Produkt, tolle Alternative zum Auto, ermöglicht umweltfreundlichen Transport.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare